29 Februar, 2012

Was, wenn damit alle richtig liegen?

Jede Religion, die sich für die alleinige Hüterin der Wahrheit ansieht, erklärt so die Lehren der anderen Religionen für falsch. Insofern beweist Apologetik schlüssig, dass die anderen unrecht haben.
Was, wenn damit nun alle richtig liegen?

27 Januar, 2012

Telefonisch - was die Hessen glauben

Da gibt es jetzt eine Studie: "Was glauben die Hessen?"
Wie neutral kann die sein, wenn die an einer katholischen Hochschule gemacht wurde, unter Regie eines promovierten Theologen?
Die Telefon-Umfrage fand zufälligerweise in der Adventszeit statt. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.
Wer an der Umfrage teilnahm, wurde mit Aussagen konfrontiert wie z.B.: "Es gibt den Himmel." Darauf sollte dann geantwortet werden, ob man die Aussage für zutreffend hält: "eher ja" oder "eher nein".
Weitere Aussage: "Es gibt ein Geheimnis hinter oder über unserem normalen Leben": "eher ja" oder "eher nein". Wer – bitte – wollte behaupten, dass über das normale Leben schon alles restlos bekannt sei?
Die Studie ist wirklich lesenswert, z.B. S. 76: "Wenn nicht alles täuscht, erleben wir vor unser aller Augen, wie die Glaubensbasis der christlichen Kirchen in Hessen dabei ist zu erodieren."

15 Dezember, 2011

Diesen Jesus hat es nie gegeben

Wenn wir eins und eins zusammenzählen, ergibt sich dieses Bild:
- Theologische Geschichtsforschung zur Entstehung der Bibel hat definitiv gefunden, dass die Faktenlage keine sichere Aussage erlaubt, was ein "Jesus" gesagt oder getan hat.
- Wenn man außerdem berücksichtigt, dass Sonnengottmythen (Jungfrauengeburt, Wundertun, Kreuzigung, Auferstehung nach dem Tod) im Altertum durchaus verbreitet waren und dass sogenannte "außerchristliche Quellen" deutliche Anzeichen von Fälschung erkennen lassen, bleibt netto nichts übrig, was die Realexistenz eines Erlösers Jesus Christus wasserdicht belegt: Er ist eine erdichtete Figur.
Interessant ist in dem Zusammenhang, warum Leute mit säkularer Weltsicht die Möglichkeit einer Jesusfigur mit Bemerkungen hinnehmen wie: "Unter den Wanderlehrern mag es schon welche diesen Namens gegeben haben, deren Leben überhöht in religiösen Erzählungen Spuren hinterlassen hat." Möglicherweise ist es einfach die Sturheit der Seelenhirten vor Ort, gegen alle Forschungen an den netten Jesuserzählungen festzuhalten, die es den Säkularen unangemessen erscheinen lässt, Energie gegenüber so viel Ignoranz zu investieren.

13 Dezember, 2011

Von Scott Adams zur Magie der Götter

Die Seite Atheistgems zeigt u.a. ein pdf-Büchlein "God's Debris" von Scott Adams, in dem ungefähr dieser Dialog vorkommt:
- Warum glauben Leute an Götter?
- Weil es Sachen gibt, die sie sich anders nicht erklären können.
- Wenn ein Bühnenmagier einen Tiger verschwinden lässt, und du weißt nicht, wie das ohne echte Magie möglich war, wird die Vorführung dadurch zu echter Magie?
- Nein. Der Magier weiß, wie es gemacht wird, andere Magier wissen es, und auch sein Assistent weiß, wie es gemacht wurde. So lange jemand weiß, wie es gemacht wird, kann ich sicher sein, dass es keine echte Magie ist. Ich selbst muss dabei nicht wissen, wie es geht.
- Wenn es nun jemand gäbe, der sehr klug ist, und der weiß, dass und wie die Welt ohne jedes Zutun von Göttern funktioniert, könnte diese Person dich dann überzeugen, dass an Geschichte und Funktionieren der Welt keine Götter beteiligt sind?
- Theoretisch ja, aber eine Person mit soviel Wissen existiert nicht.
- Genauer gesagt: Du kannst nicht sicher sein, ob eine solche Person existiert.


11 November, 2011

Wer von uns ist nun kein Mensch im Vollsinn?

Der Papst sagt 1982:
"…man ist kein Mensch im Vollsinn, wenn man nicht in der Erlösung lebt, die dem Menschen die tiefen Wurzeln seiner Person zeigt, die … von Gott erlöst ist…"
In der Wikipedia findet derBright eben für Deutschland 81,729 Mio. Einwohner. Wieviele von uns mögen danach kein Mensch im Vollsinn sein und wer sind die, die uns – in aller Demut selbstverständlich – absprechen, Menschen im Vollsinn zu sein?

29 Oktober, 2011

Über Widersprüche in der Bibel

Das Buch "Jesus im Zerrspiegel" von Bart D. Ehrmann kann in einer Amazon-Rezension ein "Pf. i. R." "...für Europäische Leser nicht empfehlen." Der Rezensent schreibt schließlich: "Ich habe das Buch enttäuscht rasch aus der Hand gegeben." Ganz anders derBright, vom Buch regelrecht fasziniert: Der Religionswissenschaftler Ehrmann beschreibt auf sehr erhellende Weise, mit welch beeindruckender Sorgfalt die theologischen Fakultäten in Europa und in den USA seit 200 Jahren die Bibel und ihre Quellen bis aufs letzte zerpflücken und sich längst darüber einig sind, dass die heute vorliegenden Texte äußerst wechselvolle Bearbeitungen hinter sich haben. Die Religionswissenschaft – so Ehrmann – erhebt längst nicht mehr den Anspruch, dass sich die Geschichte so abgespielt hat, wie sie z.B. in den Evangelien beschrieben wird oder dass die Bibel wörtlich von Gott inspiriert sei.
Worüber sich Ehrmann selbst immer wieder wundert, beschreibt er in Passagen wie dieser auf S. 30f.:
"Eine der erstaunlichsten und irritierendsten Merkmale des gegenwärtigen Christentums ist die Tatsache, dass Universitätsabsolventen, die die historisch-kritische Methode erlernt haben, diese vollständig zu vergessen scheinen, wenn sie mit ihrer Arbeit als Pastoren und Pastorinnen beginnen ... Sie haben erkennen müssen, dass wir tatsächlich nicht sicher wissen, ob Mose je gelebt hat, und was Jesus tatsächlich sagte und tat ... Aus bestimmten Gründen sträuben sich Pastoren und Pastorinnen häufig dagegen, das weiterzugeben, was sie an der Hochschule über die Bibel gelernt haben."

03 August, 2011

Lieblingspsalm einhundert neununddreißig

Da schreibt Domvikar Torsten Kürbig:
"Und auf den Mittwoch der vierten Woche freue ich mich immer in besonderer Weise: In der Vesper dieses Tages nämlich betet die Kirche unter anderem den Psalm einhundert neununddreißig, den ich – auch nach hunderten Malen – immer wieder sehr gerne bete. "
Und so dürfen wir uns den Domvikar vorstellen, wie er nach eigener Auskunft in besonderer Weise erfreut jeden Mittwoch der vierten Woche sehr gern betet:
"19 Wolltest du, Gott, doch den Frevler töten!
Ihr blutgierigen Menschen, lasst ab von mir!
20 Sie reden über dich voll Tücke
und missbrauchen deinen Namen.
21 Soll ich die nicht hassen, Herr, die dich hassen,
die nicht verabscheuen, die sich gegen dich erheben?
22 Ich hasse sie mit glühendem Hass;
auch mir sind sie zu Feinden geworden."
Und um dem Argument vorzubeugen, dass diese Verse des Psalms gegenüber den anderen evtl. geringeren Stellenwert haben könnten, sagt der Domvikar noch:
"Es gibt tatsächlich beide Seiten in diesem Psalm und er lässt sich – nach meiner bescheidenen Gebetserfahrung – nicht auflösen nur in die eine oder nur in die andere Richtung. Und das ist auch gut so...Der Psalm einhundert neununddreißig ist deshalb mein Lieblingspsalm geworden, weil er mich groß sein lässt, obwohl ich klein bin, weil er mir Hoffnung schenkt, obwohl ich verzweifeln könnte ..."
Nun frevelt derBright, d.h. er missachtet die kirchlichen Glaubensgrundsätze, weil er Götter als literarische Erfindung ansieht. Jeden vierten Mittwoch wird derBright also an den Domvikar denken, wie der so sehr gern betet, dass sein Gott den Frevler töten möge. Vermutlich hofft der Domvikar, dass sein Gott seine Gebete erhört. Oder sollte es uns zu denken geben, dass der Domvikar weiter schreibt:
"...weil er mir Mut macht etwas zu tun, was mir vielleicht unmöglich scheint."?


05 Juli, 2011

Kleiner Selbsttest über Humanismus

Englische Humanisten haben einen kurzen Leitfaden zu humanistischen Ideen ins Netz gestellt. Da findet man unter der Rubrik "Are you a humanist?" ein kleines Quiz.
Die mehr oder weniger ernsten Fragen und Antworten wurden ausgewählt, um beim Prüfen der eigenen Anschauung zu helfen: Inwieweit man die Welt von einem religiösen Standpunkt aus sieht und wie diese Sicht mit dem eigenen Wertegefüge zusammen spielt. Allerdings sind persönliche Ansichten oft breit gefächert und nicht unbedingt widerspruchsfrei. Möglicherweise widerspiegelt also keines der da angenommenen Profile die Haltung des Lesers besonders gut. Trotzdem vermitteln sie eine gewisse Einsicht, was Humanisten glauben - oder nicht glauben:
  • Existiert Gott?
  • Nach meinem Tod ...
  • Wie begann das Universum?
  • Die Theorie, dass das Leben auf der Erde sich über Milliarden Jahre langsam entwickelt hat, ist ...
  • Wenn ich etwas schönes sehe, denke ich, ...
  • Wir können Recht und Unrecht unterscheiden, indem ...
  • Ehrlichkeit ist gut, weil ...
  • Mitmenschen sind zu achten und zu respektieren, weil ...
  • Tieren gegenüber sollte man ...
  • Das wichtigste im Leben ist, ...

28 Juni, 2011

Philipp Blom und böse Philosophen

"Böse Philosophen" ist der Titel eines Buches von Philipp Blom. Nach dem Lesen des Buches hat man das Gefühl, eine Reihe der Philosophen aus dem vorrevolutionären Paris wie Rousseau, Diderot, Hume, d'Holbach und andere persönlich kennen gelernt zu haben. Ein schönes Buch.

10 Mai, 2011

Dauerbrenner bei den Suchanfragen

Unter den Such-Anfragen, die zum Blog hier führen, gibt es einen "Dauerbrenner", der viel, viel häufiger auftritt als andere Themen: "Warum gibt es etwas?" Also greifen wir das nochmal kurz auf.

Ausgangspunkt

Menschen stellen Dinge her. Gewöhnlich beabsichtigen wir, dass das Produkt einem bestimmten Zweck dient. Unterschwellig mögen wir uns fragen, ob auch andere Entstehungsprozesse mit einem Zweck verbunden sein könnten - ähnlich wie bei unseren Produkten. Das ist eine Denkfalle. Wir Menschen haben zwar viele Kenntnisse gewonnen, weil wir verallgemeinern und induktive Schlüsse ziehen können. Aber: Induktive Schlüsse können falsch sein – und sind es häufig.

Was ist gefragt?

Unser deutschsprachiges "Warum" ist nicht präzise. Es kann zwei sehr unterschiedliche Bedeutungen haben:
  • "Zu welchem Zweck" gibt es etwas?
  • "Wegen welcher Ursache" gibt es etwas?

Die Zweck-Frage

Steckt hinter der Entstehung von Sternen, Sonne, Mond, Planeten ein Zweck? Nein. Die Welt verändert sich, indem Unmengen von Vorgängen gleichzeitig ablaufen. Die Vorgänge führen zu immer neuen Zuständen. Und zwar ohne dass damit eine Art vorausbedachter "Zweck" verbunden wäre.
Um das zu erkennen, müssen wir "umlernen", denn der alltägliche Sprachgebrauch gibt die Zweckfreiheit der Vorgänge gewöhnlich nicht wieder. Im Gegenteil: Kinder wachsen häufig mit "Zweckerklärungen" auf: "Es regnet, damit Pflanzen und Tiere trinken können ... Die Sonne scheint, damit es hell und warm ist ..." usw.

Die Ursachen-Frage

Was ist die Ursache für die Existenz der Welt in ihrer heutigen Form? Salopp gesagt: Die Ursache für die heutige Welt ist ihr gestriger Zustand. Das ist schon fast beleidigend banal und kaum bezweifelbar. Bezogen auf vorgestern oder einen Tag vor hundert oder vor Millionen Jahren bleibt die Feststellung genau so trivial. Aber auch bei drastischen Einschnitten der Art eines sogenannten "Urknall" deutet nichts auf eine Verletzung des durchgängigen Prinzips, dass Zustände aufeinander folgen und dass die Gesamtbilanz des beteiligten Energie-Materie-Konglomerats erhalten bleibt.
Trotzdem versuchen immer wieder Leute, da irgendwo eine Art "Erstursache" hinein zu konstruieren, weil eine unendliche Folge von Rückgriffen auf den vorangegangenen Zustand angeblich "nicht zulässig" sei. Wieso nicht? Wandel in Ewigkeit ist schlicht die Daseinsform unserer Welt. Nichts spricht dagegen. Schwierig ist es nur für die, die sich nicht über das hinwegsetzen mögen, was ihnen ständig vorerzählt wurde.

28 April, 2011

Was den Sonnenuntergang entwertet

"Wenn jemand behauptet, dass ein physikalisch erklärter Sonnenuntergang nichts an Schönheit einbüßt (gegenüber einem emotional betrachteten), dann kann ich nur sagen, gefühlsarmer Tropf."
So steht es in einer Rezension.

Äußerungen ähnlicher Art finden sich zu Hauf und sollen wohl die These illustrieren, dass die ganze Großartigkeit einer Erscheinung nur voll erfassen könne, wer ihr göttlichen Ursprung zuschreibt.
Dieser These kann derBright nicht folgen und fragt höflichst nach Aufklärung. Denn:
  • Ist es für persönliche allmächtige allwissende allgütige All-Schöpfer ("pamawagAS") nicht ein Klacks, einen hübschen Sonnenuntergang zu machen?
  • Ist es für pamawagAS nicht ein Klacks, unsere Gehirne so zu machen, dass sie gezeigte Sonnenuntergänge gut finden?
  • Wenn das Gefühl durch Verständnis einer Erscheinung verarmt, erwarten dann pamawagAS, dass man das zur Verfügung gestellte Hirn nicht nutzt?

23 März, 2011

Wer zur Hölle will schon in den Himmel?

Das ist der Titel eines Buches von Edgar Dahl, und die Rezensionen bei Amazon sind durchweg positiv, was bei einem religiösen Thema eher ungewöhnlich ist. Die Rezensionen sind für sich auch schon interessant, und hier schauen wir schon mal auf den vorletzten Absatz des Vorworts:
"Sollte Dantes Beschreibung der Wirklichkeit entsprechen, müssen wir uns offenbar keine großen Sorgen machen. Mehr noch: Wenn er recht hat, dürfte die Hölle sogar eine weit bessere Adresse als der Himmel sein. Denn neben den antiken Schriftstellern Homer, Horaz und Ovid werden wir dort auch einigen der größten Philosophen, Sittenlehrer, Wissenschaftler, Künstler und Staatsmänner aller Zeiten begegnen. Angefangen von Sokrates, Platon und Aristoteles werden wir dort Holbach, Hume und Schopenhauer, Buddha, Laotse und Konfuzius, Darwin, Freud und Einstein, Voltaire, Goethe und Byron, Mozart, Haydn und Beethoven sowie Marc Aurel, Friedrich den Großen und Thomas Jefferson treffen."
Und hier noch ein Satz von Schopenhauer:
"Wenn ein Gott diese Welt gemacht hat, dann möchte ich nicht der Gott sein: Ihr Jammer würde mir das Herz zerreißen."
Nachtrag 9.6.2011: Nun hat sich doch ein Rezensent (mit "Amt in der Kirche") gefunden, der die schlechtestmögliche Wertung abgibt:
"...intellektuell betrachtet, absoluter Müll.

Beispiel: Ein Zitat von Victor Hugo: Wenn dein Gott dich nach seinem eigenen Bilde geschaffen hat, muss er ziemlich hässlich sein.

Einfach Schrott!"
Naja.

28 Februar, 2011

Wie verquickt ist Denken mit der Sprache?

„Im Mai 1898 feierte Portugal den 400. Jahrestag der Ankunft dieses Forschers in Indien.“
Wenn Sätze etwa dieser Art im US-Fernseh-Quiz „Jeopardy“ gezeigt werden, dann sollen die Rater eine Frage formulieren, zu der der Satz als Antwort passt. Richtig ist hier also, wenn der Rater fragt: „Wer war Vasco da Gama?“
Die besten Rater kommen eine Runde weiter, treten dann gegeneinander an und so finden sich dann einige Könner, die mehr Spiele oder mehr Geld gewinnen als die anderen.
Hätten wir hier vor zwei Jahren gefragt, welche Eigenschaften ein sehr guter Rater vor allem braucht, wäre vermutlich gesagt worden: Pfiffigkeit / Sprachverständnis / Klugheit / Belesenheit / Scharfsinn … usw.
Da nun in diesem Monat die beiden besten Rater von einem Computer übertrumpft wurden, stellt sich uns die Frage, warum wir mit unserer Aufzählung der nötigen Eigenschaften so sehr falsch gelegen haben. Belesenheit könnte man einem Rechner vielleicht gerade noch zugestehen, aber Pfiffigkeit / Sprachverständnis / Klugheit / Scharfsinn? Wir wissen, dass der Rechner jedenfalls nicht denken kann. Was also ist es, was der erfolgreiche Rater wirklich braucht?

10 Februar, 2011

Der Natur mal in die Karten schauen

Wer gern etwas mehr Gefühl dafür bekommen möchte, wie Evolution arbeitet – blind und dennoch bisweilen erfolgreich – der kann der Evolution hier direkt in die Karten schauen: http://boxcar2d.com (Anklicken und zusehen.)
Ein paar Karosserieteile und ein paar Räder werden zufällig zusammengefügt, und dass die nicht richtig gut über die Teststrecke rollen, ist nicht weiter verwunderlich. Was dann aber nach Dutzenden Zyklen von Versuch und Irrtum 'rauskommt, macht zunehmend den Eindruck, als sei es geschickt konstruiert.

01 Dezember, 2010

Blair und Hitchens über Religionen

Die Tageszeitung "The Globe and Mail" in Canada berichtet über eine Debatte zu Religionsfragen, die in Toronto am 26. November 2010 stattgefunden hat. Interessant sind auch die Ergebnisse der zugehörigen Umfrage.

28 August, 2010

Erster Atheistentag in Jena

Stattgefunden hat er jedenfalls, der erste Atheistentag. Nun wird sich zeigen, ob es auch einen zweiten Atheistentag gibt, zu dem sich dann vielleicht ein paar mehr Leute einfinden.

13 Juli, 2010

Kardinal mit neuem Schenkelklopfer

Der Neid aller Komiker ist ihm sicher, sowas muss einem erst mal einfallen:
Bei einem Zölibatär muss man immer sagen: Entweder ist der verrückt, oder es gibt Gott. Eine andere Alternative gibt es nicht. Und wenn die Menschen feststellen, der ist nicht verrückt, dann muss es Gott geben. Überzeugend gelebt ist der Zölibat immer noch der schlagendste Gottesbeweis.

24 Juni, 2010

Die Motive religiöser Menschen

Daniel Dennet beantwortet die Frage, warum Menschen religiös sind, im Interview des Tagesspiegel so:
"Aus sehr ähnlichen Gründen, wie die, warum es so viele WM-Fans gibt. An vielen Orten der Welt ist Religion eine Möglichkeit, sozial zusammenzukommen."

Und weiter heißt es da:
"Es gibt nicht annähernd so viele Gläubige, wie man annehmen könnte. Viele Menschen sind ihrer Kirche treu ergeben, wie sie auch treu zu ihrem Fußballteam halten. Darum sagen viele Menschen „Ich glaube“, auch wenn sie es nicht tuen. Nicht nur Kirchgänger, auch Priester. Ich habe gerade eine Studie beendet, in der wir Pfarrer interviewt haben, die insgeheim nicht mehr an Gott glauben. Die sind überzeugt, dass sie nur die Spitze des Eisbergs sind."

Und weiter:
"Ich bekomme jede Woche Post von Menschen, die schreiben: Wie Sie bin ich Atheist, aber ich kann das nicht zugeben. Ein Zahnarzt schrieb mir, er würde all seine Patienten verlieren, wenn er nicht mehr in die Kirche ginge. In vielen Teilen der USA gibt es einen enormen sozialen Druck, nicht nur zu sagen, man glaubt, sondern auch in die Kirche zu gehen. Die Leute schauen, wer hingeht und wer nicht. In dieser Atmosphäre müssen Atheisten ihre Überzeugung für sich behalten, genau wie Schwule in den 50er Jahren. Die Priester, die wir interviewt haben – das war schockierend. Die meisten hatten richtig Angst, konnten nicht einmal mit ihrer Frau darüber reden. Als die Studie erschienen ist, da hat niemand das Ergebnis bestritten."

23 Juni, 2010

Amnesie und Konfabulationen

David J. Linden äußert sich in seinem Buch "Das Gehirn - ein Unfall der Natur" über Aspekte religiöser Ambitionen. In dem Zusammenhang beleuchtet er gewisse Hirnfunktionen:
Wenn man einen Patienten im Krankenhaus, der an schwerer anterograder Amnesie leidet, fragt: "Was haben Sie gestern getan?", hat er keine Erinnerungen an den Vortag, die er abrufen könnte. In vielen Fällen konstruiert der Patient dann aus bruchstückhaften früheren Erinnerungen eine kohärente und detaillierte Geschichte ... In fast allen Fällen glauben Amnesiepatienten an ihre eigenen Konfabulationen und verhalten sich, als ob diese wahr wären. Konfabulation bei anterograder Amnesie ist kein willkürlich kontrollierbarer Prozess. Vielmehr spiegelt dieser Vorgang das wider, was das Gehirn tut, wenn es mit einem Problem konfrontiert wird, das es nicht lösen kann: Es spinnt eine Geschichte aus irgendwelchen Erfahrungsbruchstücken, die es heraufbeschwören kann ...

Das klingt nach verblüffender Ähnlichkeit mit religiösen Erklärungsmustern: Für widersprüchliche und lückenhafte Sachverhalte konfabuliert das Gehirn einfach "Erklärungen" (auch mit Wundern, Göttern usw.), die die Lücken kitten, und am Schluss glaubt das Subjekt auch noch selber, was es da produziert hat.

10 Juni, 2010

Wer ist unbeliebter als die Banken?

Man ist versucht, die Frage für nicht beantwortbar zu halten. Falsch. Die Antwort hat das manager magazin gefunden:

09 Juni, 2010

Wo gibt's Witze über Atheisten?

Witze über Atheisten gibt es u.a. da. Ein schöner geht ungefähr so:
Ein Atheist wird von einem Bären verfolgt und zu Boden gerissen. Blitzartig hat er die Vision, dass Gott ihm vielleicht noch helfen könnte, es aber wegen seines Unglaubens nicht tut. Sein letzter Gedanke ist, ob es möglich wäre, den Bären zu bekehren. Da brummelt der Bär: "Lieber Herr Jesus, sei mein Gast und segne, was Du mir bescheret hast.""

20 Mai, 2010

Wird der Glaube stärker oder schwächer?

Im öffentlichen Meinungsaustausch finden sich widersprüchliche Feststellungen. Gläubige bejubeln eine Wiederkehr des Glaubens, Atheisten sind da nicht so sicher, und nichts genaues weiß man nicht. Folgt man einem katholischen Experten, dann scheint es aber jedenfalls mit dem Glauben der Protestanten nicht mehr weit her zu sein, denn wie er mitteilt,
"... ist den meisten Protestanten, die ich kenne, ihr eigener Glaube mittlerweile herzlich egal."

25 April, 2010

Unterschied von Wirklichkeit und Wünschen

Unser Leben lang lernen wir, dass die Realität sich nicht nach unseren Wünschen richtet, sondern ihren eigenen Regeln folgt. Ist es da nicht merkwürdig, wenn jemand genau das verspricht, was man sich am meisten wünscht: Ewige Existenz nach dem Tod im Kreise der Lieben in paradiesischen Zuständen? Und dafür nichts verlangt, als das ohne Grund einfach nur brav zu glauben, und dazu eine Steuer, um die zu bezahlen, die das predigen?

17 April, 2010

Wie bekehren Exotheologen?

Im Telepolis Special "Kosmologie" 01/2010 hat der Theologieprofessor Armin Kreiner einen Beitrag mit dem Titel "Exotheologie". Daraus zwei Zitate:
Geht man davon aus, dass es in jeder Galaxie mindestens einen bewohnten Planeten gibt, so wären schätzungsweise 1010 Inkarnationen nötig, was bei einem Alter des Universums von etwa 13 Milliarden Jahren einen gewaltigen Termindruck erzeugen würde, vor allem, wenn man bedenkt, dass eine Inkarnation keinen Sinn macht, solange sich kein intelligentes Leben entwickelt hat, was die zur Verfügung stehende Zeitspanne noch einmal drastisch verkürzt.
...
Sollte dem Christentum bis zum Tag X nichts Besseres einfallen, als die außerirdischen Besucher mit Bibeln und Missionaren beglücken zu wollen, könnte es in den Geschichtsbüchern landen, noch ehe die ersten Außerirdischen ihren Fuß auf unseren Planeten setzen.

Hier hat derBright ein Verständnisproblem. Wer sich sicher ist, dass eine allmächtige Person Schöpfer des Universums ist, wie kann der diese Allmacht unter "Termindruck" sehen?
Wer sich dagegen nicht sicher ist, muss der wirklich missionieren?

13 März, 2010

Kardinal muss nicht an Jesus glauben

Dass jemand Kardinal ist, muss nicht besagen, dass derjenige an Jesus glaubt. Jemand, der es wissen muss, Pater Gabriele Amorth, sagt gemäß Spiegel in einem Gespräch mit Repubblica, es gebe "Kardinäle, die nicht an Jesus glaubten".

11 März, 2010

Die zwei Seiten der Zusammenstöße

Wenn Christen hunderte Muslime abschlachten, titelt Focus so:
Wenn dann Muslime hunderte Christen abschlachten, titelt Focus so:

28 Februar, 2010

Gott ist nichts als menschliche Erfahrung ...

... im Gewand religiöser Sprache. So zitiert Radio Vatikan den Niederländischen Pfarrer Klaas Hendrikse, der in seiner Gemeinde in Zierikzee "von der Kanzel herab" verkündet, "dass es Gott nicht gebe. Und das schon lange. Ein Buch dazu hat er auch geschrieben: 'Glauben an einen Gott, den es nicht gibt'."
Offenbar geht es also auch anders, als trotz eigenen Unglaubens die Gemeinde zu belügen.

29 Januar, 2010

Protestant vom Scheitel bis zur Sohle

Schiefe Bilder in "pro":
  • Neuerdings scheint es Mode zu sein, dass Theisten mit ihrem "Zweifel" kokettieren:
    "Ich bin ein großer Freund des Zweifelns. Das gehört für mich auch zur Frage des Glaubens mit dazu. Sowohl der Gläubige als auch der Ungläubige muss immer über diesen Abgrund, den Zweifel, hinüber. Die Wissenschaft arbeitet daran, den Zweifel möglichst klein zu halten."
    Falsch. Das Gegenteil ist richtig: Die Wissenschaft das ist ihr Wesen bezweifelt rational alles. Bestand hat nur, was auch dem offensivsten Zweifel widerstehen konnte. Und auch dieser Bestand währt nur bis zum Auftauchen neuer begründeter Zweifel.

  • "Unser christliches Gottesbild ist ja ein sehr personales, dem ich persönlich auch anhänge, weil ich glaube, dass wir Menschen uns nichts anderes vorstellen können als einen personalen Gott."
    "... dass wir Menschen uns nichts anderes vorstellen können, als einen personalen Gott" hat nichts mit der Realität gemein. Folgt man der Britannica Online, dann sind es mit den Buddhisten und den Nichtreligiösen schon mal mehr als 1 Mrd. von uns Menschen, die sich einen personalen Gott eben gerade nicht vorstellen können. Der "personale Gott" ist einfach zu offensichtlich literarische Erfindung.

  • "Aber besonders eigentümlich wird es ja, wenn es am Ende Lebewesen gibt, die mit mehr ausgestattet sind, als eigentlich notwendig wäre. Unser Erkenntnisapparat ist von einer solchen Möglichkeitsbreite, wie es für unser Überleben eigentlich gar nicht notwendig wäre. Das wirft natürlich schon die Frage auf, inwieweit wir mehr sind als nur die Summe unserer Teile. Wir sind offenbar deutlich mehr als nur Substanz."
    Na wer bestimmt denn hier, was "eigentlich notwendig" ist? Wofür "notwendig"? Dass Systeme mehr als nur die Summe ihrer Teile sind, "mehr als nur Substanz", das ist schon lange ein alter Hut und hier unter dem Stichwort Emergenz mehrfach abgehandelt. Und: "für unser Überleben" ist eigentlich notwendig, dass wir aufhören, uns gegenseitig abzuschlachten, dass wir die Zerstörung unserer Lebensgrundlage Umwelt unterlassen. Mancher Religion scheint die Vorfreude aufs Jenseits wichtiger zu sein, und wer Zweifel daran vorbringt, wird dann auch schon mal verteufelt oder durch Blasphemie-Gesetzlichkeit bedroht.

  • Frage: Sind wir Zufall oder sind wir gewollt?
    "Ich tendiere zum 'gewollt sein'. Man fühlt sich ja sehr wohl in der Welt, und man merkt ja auch, dass man gut aufgehoben ist."
    "Man" fühlt sich ja sehr wohl in der Welt? Ob das auch die Kinder so sehen, die weltweit Stunde für Stunde zu hunderten Hungers verrecken? "Gewollt"?

20 Dezember, 2009

"Woran glaubt ein Atheist?" gelesen.

Verfasser ist André Comte-Sponville.
Passend zu Weihnachten ein sehr friedliches, freundliches Buch.
Wer selbst religiös fühlt oder vielleicht solchem Fühlen nahe zu stehen meint und sich einfach nur fragt, wie absurd Atheisten denken müssen, die keinen Zweck in der Welt sehen, der wird hier fündig. Sehr persönlich und sehr ehrlich erzählt der Autor von seinem Denken und Fühlen, vom Mysterium unserer Welt.

30 November, 2009

Dreifach Schwierigkeiten mit der Wahrheit

Gesetzt den Fall, derBright wäre regelmäßiger Kirchgänger. Dann müsste er damit leben, dass

Keine schöne Vorstellung.

31 Oktober, 2009

Darf man Jesus' Existenz bezweifeln?

Hierzu versuchen wir mal, einen Absatz dieses Blog-Eintrags ins Deutsche zu bringen: http://www.daylightatheism.org/2009/10/maybe-jesus-will-save-us-after-all.html:

Nimmt man alle Informationen, alle bekannten Tatsachen, dann glauben viele – nicht alle, aber viele – Wissenschaftler nicht, dass es irgendwelche ernstzunehmenden Belege dafür gibt, dass jemand mit dem Namen Jesus, wie in der christlichen Bibel beschrieben, überhaupt existiert hat. Jesus war ein Archetyp. Er war eine vermenschlichte Aufsummierung der Sonnengottmythen des Mittelmeerraumes und des mittleren Ostens. Nicht ein einziger zeitgenössischer Historiker verliert ein Wort über jemanden namens Jesus, der auch nur entfernt zum Jesus der christlichen Bibel passt. Das Palästina des ersten Jahrhunderts ist ein zeitlich und geographisch sehr gut dokumentiertes Gebiet. Wäre da tatsächlich einer unterwegs gewesen, Wunder vollbringend, die Aufruhr für die jüdische und römische Obrigkeit bedeuteten, der gekreuzigt und dann vor Augenzeugen wieder auferstanden wäre, dann hätte es jemand erwähnt. Jemand. Irgendjemand. Aber niemand hat das jemals getan. Er hat niemals überhaupt existiert. Nicht der Mann. Nicht der Rabbi. Nicht der Prediger. Nicht der fahrende Händler. Nicht der Prophet. Nicht der Landwirt. Nicht der Anführer. Überhaupt nicht.
Wem das alles zu pauschal ist, der darf sich im Lehrbuch ab Seite 98 "Dreizehn Einwände historischer Skepsis gegen die historische Auswertbarkeit der Jesusüberlieferung und Argumente zu ihrer Widerlegung" ansehen und selbst urteilen, wie stichhaltig die "Argumente" sind. Fazit: Bauten Techniker und Naturwissenschaftler ein Flugzeug, für dessen Funktionsfähigkeit sie sich auf Argumente stützten, deren Qualität derjenigen der Argumente der Jesusforschung gleichkommt, dann wäre dies das ungefährlichste Flugzeug der Welt, denn es würde niemals abheben: Dieses Ding fliegt nicht. Amen.

25 September, 2009

Lehmann wörtlich: "Wir sind keine Trottel."

Die Botschaft hör' ich wohl ...

02 September, 2009

Gott erschafft den Himmel und die Erde

So beginnt Wolfgang Klosterhalfens Reimbibel. Und dank Amazon können wir uns schon mal die ersten Seiten gleich im Internet ansehen.

18 August, 2009

Wo verfallen Sitte und Moral nicht?

Genau da, wo die Säkularisierung am stärksten ist. Das meldet WELT ONLINE als Ergebnis einer Studie.

05 August, 2009

Theodizee wirklich und wahrhaftig

Einem allmächtigen Gott fällt wirklich und wahrhaftig nichts besseres ein, als seinen Pfarrer, den er in seiner Allgüte heimholen will, ausgerechnet mit dem eigenen Kirchendach zu erschlagen? Geht es noch trauriger?

20 Juli, 2009

Gegenseitiges Verständnis schaffen

Mit dem heutigen Tag geht der Blog ins fünfte Jahr. Ziel ist nach wie vor, dafür zu werben, dass subjektiv ehrliche Theisten und Atheisten mehr Verständnis füreinander entwickeln anstatt sich anzufeinden.

14 Juli, 2009

Sind die Atheisten missionarisch?

Die Nürnberger Zeitung meldet: "Bischof warnt vor missionarischen Atheisten". Da heißt es, die Bestreitung Gottes sei "letztlich auch eine Kampfansage an eine alle bindende Moral".

1. "Atheist" bedeutet, dass die betreffende Person keinen Anlass erkennt, an die Realexistenz von Göttern zu glauben. Mehr nicht. Bischöfe glauben vermutlich nicht an die Realexistenz von Zeus und Poseidon, sind also diesbezüglich Atheisten. Warum? Vermutlich sehen sie keine Belege, dass es sich um etwas anderes denn literarische Erfindungen handelt. Bedrängte man einen Bischof, sich zur Realexistenz von Poseidon zu bekennen, wüsste er sich vermutlich zu wehren. Niemand sähe diese Gegenwehr als "Kampfansage".

2. So wie Bischöfe nicht an Poseidons Realexistenz glauben, glaubt mehr als die Hälfte der Deutschen nicht an die Realexistenz eines persönlichen Schöpfergottes, der Gebeten lauscht, Kranke heilt, Sünder straft, "Gottesdienst" verlangt, Moral macht. Der Grund für den Nichtglauben liegt - wie beim Bischof in Bezug auf Poseidon - im Mangel an Belegen dafür, dass solch Gott etwas anderes als literarische Erfindung ist. Moral hat also offenbar andere Quellen.

3. Ist es schon "missionarisch", wenn man den Mut hat, sich des eigenen Verstandes zu bedienen und Belege prüft? Ist die Behauptung Gottes letztlich auch eine Kampfansage an eine alle bindende Vernunft?

4. Wo bleibt die Logik, wenn der Bischof erklärt, Evolution sei grundsätzlich mit kirchlicher Lehre vereinbar, das Gedenken der Atheisten an den 200. Geburtstag Darwins aber etabliere eine "regelrechte Gegenkirche"?

26 Juni, 2009

Wenn Gott einfach Ehrlichkeit erwartet?

Dem Atheisten ist Gott literarische Erfindung, was der Theist übel nimmt. Ist beiden ihre Haltung existenziell wichtig, scheinen die Positionen unvereinbar. Kann Ehrlichkeit als Brücke dienen? Etwa so:
  • Ein allmächtiger Gott wird souverän sein, über Eifersucht erhaben, könnte Anbetung entbehren.
  • Die Theodizee zeigt, dass er nicht blind drauflos liebt, Gläubige nicht schont. Erwartet er etwas? Ehrlichkeit? Vielleicht missbilligt er, ihn hintergehen zu wollen.
  • Als Allmächtiger weiß er wohl, wer sich selbst gegenüber ehrlich ist oder sich selbst belügt.
  • Vielleicht wertet er Selbstehrlichkeit höher als blinden Glauben und Verehrung auf Verdacht?
  • Vielleicht erwartet er einfach, dass diejenigen, denen er sich nicht zeigt, das so ehrlich und konsequent bekunden, wie diejenigen, die ihn zweifelsfrei erfahren haben, das auch bezeugen.
  • Vielleicht achtet er Integrität so, dass er keinen bevorzugt, der seinem eigenen Verstand nicht traut, unehrlich zu sich selbst ist?
So leben Agnostiker und Atheisten in einer Welt, in der sich ein Gott weder zeigt noch eine Rolle spielt. Der Theist weiß dann, dass andere zu recht die Welt auf diese Art sehen, dass blindes Gottvertrauen ohne Rücksicht auf die eigene Urteilskraft sich nicht auszahlt, und dass er nicht dafür belohnt wird, einem Hörensagen-Gott "sicherheitshalber" zu huldigen, während er im stillen zweifelt, weil Gott tatsächlich entschieden hat, sich ihm nicht zu zeigen.

04 Juni, 2009

Ohne würde er ganz anders leben

Das verkündet ein "Bruno" auf dieser Webseite (Kommentar 123) mit zwei bezeichnenden Sätzen:
Wenn es wirklich keinen Gott gäbe und ich das sicher wüsste, so würde ich ganz anders leben - und glaubt mir, das würde euch gar nicht gefallen. Ohne Gott keine Werte oder nur scheinheilige Werte für die es keine Gründe gibt sie einzuhalten, wozu auch.
Er hätte auch schreiben können: "... so würde ich anders leben – und das würde euch nicht gefallen." Aber er schreibt drei Verstärkungen hinein: "ganz anders", "und glaubt mir", "gar nicht". Das lässt vielleicht ahnen, wie sehr er das Gefühl hat, falsch zu leben.

Macht das nicht den Eindruck, ihm ist eingeredet worden, als Mensch sei er von Natur aus schlecht und schuldig, menschliche Werte seien unecht, und nur ein strafender Gott könne Moral schaffen?

Könnte es sein, dass ihm nie die Idee vermittelt wurde, Werte um des Menschseins Willen zu achten?

Wer möchte mit jemand zu tun haben, der nur so lange anständig ist, wie ein Irrglaube an seinen Gott anhält?

Merkt er nicht, dass er der Scheinheilige ist?

25 Mai, 2009

Wo das Staunen seine Grenze findet

Ständig staunt derBright. Gelegenheiten bieten sich ohne Ende. Das fängt beim ganzen Weltall an und hört bei Leben, Intelligenz, Kunst noch lange nicht auf. Es ist erstaunlich, wie alles in der Natur aus sich selbst heraus entsteht. Es ist erstaunlich, wie wir Schritt für Schritt lernen, welche Regeln und Mechanismen da wie wirken.
Wenig Verständnis hat derBright für Staunen in der Religion. Denn: Verdankten wir die Welt einem allwissenden allmächtigen Schöpfer, wäre es selbstverständlich, dass der alles genau so machen kann, wie er will. Was sollte an einem Ding "erstaunlich" sein, das mit Allmacht und Allwissen fabriziert ist? Buchstäblich nichts. Erstaunlich an dem Ergebnis wären bestenfalls Unzulänglichkeiten trotz Allmacht: Dass seit aberdutzenden von Jahren stündlich hunderte Kinder hungers verrecken, was Würdenträger aller Art so gern lebhaft bedauern, wie sie genau die Praxis, die dazu führt, mit erstaunlicher Gelassenheit fortsetzen.

16 Mai, 2009

Wie uns Muster in die Irre führen

Feynman erzählt in seinem Buch "Was soll das alles?":
Meine Frau bekam Tuberkulose ... Als die Krankheit ausbrach, schenkte ich ihr eine ganz besondere Uhr ... und die mochte sie sehr. Ich gab sie ihr an dem Tag, als sie krank wurde, und vier, fünf, sechs Jahre lang stand die Uhr neben ihrem Bett, während sie immer kränker wurde. Schließlich starb sie. Und zwar um 9:22 abends. Die Uhr blieb an diesem Abend um 9:22 stehen, und ich konnte sie nicht mehr in Gang setzen.

Feynman erklärt, wie nötig es ist, in solchen Fällen genau hinzuschauen, denn
Ansonsten werden Sie einer dieser Menschen, die alle möglichen verrückten Sachen glauben und die Welt nicht verstehen.

An religiösen Argumentationen fällt nicht selten auf, wie vordergründig unkritisch Anekdoten so eingesetzt werden, dass man vermuten muss, der Erzähler hat den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität nicht verstanden (oder ignoriert ihn bewusst – was von beidem ist trauriger?).
Dass es gegen Ende noch mal heißt:
Fazit: Was "beweist" das alles?
Nichts. Wie der Titel dieser Katechese schon sagt: es geht um "Hinweise", nicht um Beweise.

kann dann nichts mehr retten, da hat man die "Hinweise" ja schon an die Leute gebracht.
Ein sehr schöner Selbsttest für die Fähigkeit, Korrelation und Kausalität unterscheiden zu können, ist dieser Comic:


06 Mai, 2009

F.A.Z.: Wer glauben will, muss zweifeln

Die Buchbesprechung macht Lust auf mehr.

13 April, 2009

Auf den Bussen in der Hauptstadt Englands...

... wurde mit dem Slogan geworben: „Vielleicht gibt es keinen Gott, also genieß dein Leben“. Wo erfährt man das? In den Nachrichten von Radio Vatikan wird über einen Wortgottesdienst mit dem Papst im Petersdom am Karfreitag berichtet. Der umfangreichste von fünf Absätzen dieser Meldung gilt den Bussen. Nochmal zum Mitdenken: Papst, Karfreitag, Petersdom: Atheistenbusse. Unglaublich. In der ganzen Meldung, anscheinend im ganzen betroffenen Gottesdienst wurden – hält man sich an die Meldung – die Atheistenbusse durch buchstäblich nichts an Wichtigkeit übertroffen. Nicht zu fassen.
Schön sind auch die journalistischen Feinheiten: Da ist von "den" Bussen die Rede. Also alle? Und als logisches Bonbon: "das Leid Unschuldiger" wird "ohne Glaube an Gott" ... "noch absurder". Hä? War es nicht so, dass das Leid genau dann absurd ist, wenn man an einen allgütigen Gott glaubt?

13 März, 2009

Wie sortiert man diese Atheisten?

Fundamentalistischer Atheist: Es gibt keinen Gott, und jeder, der meint, dass es einen Gott gibt, ist ein fehlgeleiteter und gefährlicher Depp.

Evangelikaler Atheist: Es genügt nicht, dass es keinen Gott gibt. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass wirklich niemand daran glaubt, dass es einen gibt.

Theologischer Atheist: Die Prinzipien der Logik zeigen die Abwesenheit irgendeines allmächtigen und allwissenden Wesens im Universum.

Jugendlicher Atheist: Weil ich als Jugendlicher noch als einziger die Übersicht habe, weiß ich, dass da kein Gott ist. Die Tatsache, dass viele Erwachsene an einen Gott glauben, beweist, dass ich recht habe.

Wissenschaftlicher Atheist: Es gibt keinen Gott, weil ich keine falsifizierbare Hypothese betreffs seiner Existenz aufstellen kann.

Sozialer Atheist: Naja, alle, die ich kenne und von denen ich etwas halte, sind Atheisten, also muss irgendwas dran sein...

Akademischer Atheist: Ich brauche Beachtung und ich fühle mich auch wichtig, und beidem werde ich am besten dadurch gerecht, dass ich eine Existenz Gottes für absurd erkläre.

Politisch korrekter Atheist: Gott hat sich nie für die Gleichberechtigung von Geschlechtern, Rassen und kultureller Herkunft eingesetzt, also ist seine Existenz nicht in Ordnung.

Mogelnder Atheist: Es gibt keine guten Gründe, an Gott zu glauben, aber was kann es schaden?

Lethargischer Atheist: Religion ist ein solcher Aufwand, warum sich die Mühe machen?

Paranoider Atheist: Religion, das klingt wie eine weitere Verschwörung, so wie die Außerirdischen, die Delphine und die CIA - alle sind sie hinter mir her.

Nihilistischer Atheist: Das Leben hat nun mal keinen Sinn, und die Existenz eines Gottes würde dem widersprechen, also ist das offenkundig nicht wahr.

Puritanischer Atheist: Wir sollten diese üblen Leute bekämpfen, die an Unsinn glauben, und unsere Säuberungsaktion so lange fortsetzen, bis es keinen einzigen Theisten mehr gibt...

Philosophischer Atheist: Ich glaube nicht, also bin ich.

(Nach: Church of Reality)

23 Februar, 2009

Kann man Unbildung als Standard nehmen?

„Wenn man einige Kinder auf einer Insel aussetzen würde, wo sie alleine aufwüchsen, würden sie an eine flache Erde glauben. Im Gegensatz dazu ist eine Erdkugel unnatürlich für den menschlichen Verstand.“
Was sagt solcher Text? Dass Unbildung zu falschen Ansichten führt. Das ist vermutlich konsensfähig.

Ersetzen wir „flache Erde“ durch „Gott“ und „Erdkugel“ durch „Evolution“, ergibt sich ein Text, der original so im Christlichen Medienmagazin pro steht:
"Wenn man einige Kinder auf einer Insel aussetzen würde, wo sie alleine aufwüchsen, würden sie an Gott glauben. Im Gegensatz dazu ist Evolution unnatürlich für den menschlichen Verstand".
Jetzt aber nicht mehr mit der obigen konsensfähigen Folgerung, sondern mit der Interpretation – bitte festhalten:
„Vielleicht gehört der Glaube an Gott zum Menschen wie der aufrechte Gang? Das überlegen nun auch immer mehr Anhänger der Evolutionstheorie.“
Sollen wir als Meinung von "pro" festhalten, dass Unbildung zum Menschen gehört wie der aufrechte Gang?
Nebenbei: Wäre die Evolutionsidee für den menschlichen Verstand so selbstverständlich, dann hätten wir keinen Darwin – also keine Bildung – gebraucht.

15 Februar, 2009

Wissen als spirituelle Quelle

Neigung zu Spiritualität – sich versenken und bewegen im eigenen geistigen Kosmos – ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft, unabhängig von jeder eventuellen persönlichen Beziehung zu irgendwelchen Religionen. Carl Sagan sagt:
"Die Begegnung mit der Natur nötigt der Wissenschaft unweigerlich ein Gefühl der Achtung und Ehrfurcht ab. Der eigentliche Akt des Verstehens ist eine feierliche Vereinigung, Verschmelzung, wenn auch in einem sehr bescheidenen Maße, mit der Herrlichkeit des Kosmos. Und die weltweite Anhäufung des Wissens im Laufe der Zeit verwandelt die Wissenschaft in etwas, was einem transnationalen, transgenerativen Metageist sehr nahe kommt.
...
Wissenschaft ist nicht nur kompatibel mit der Spiritualität – sie ist auch eine tiefreichende Quelle der Spiritualität. Wenn wir unseren Ort in riesigen Räumen von Lichtjahren und im Vergehen der Zeitalter erkennen, wenn wir die Komplexität, Schönheit und Subtilität des Lebens begreifen, dann ist dieses Hochgefühl, dieses Gefühl der Erhebung und zugleich der Demut ganz sicher spirituell. Das gleiche gilt für unsere Gefühle in Gegenwart großartiger Kunst, Musik oder Literatur oder angesichts von beispielhaft selbstlosen und mutigen Taten wie bei Mahatma Gandhi oder Martin Luther King. Die Vorstellung, dass sich Wissenschaft und Spiritualität irgendwie gegenseitig ausschließen, erweist beiden einen schlechten Dienst."
(Quelle: Carl Sagan: Der Drache in meiner Garage. Droemer Knaur München 1977, S. 51f.)

28 Januar, 2009

Wie die Leserschaft der "Welt" sich einschätzt

Jetzt reiben sich einige Medien wie Welt Online an ein paar abzählbaren atheistischen Plakaten. Wir lernen: "Atheismus-Werbung erobert den Globus". Das darf man auf der Zunge zergehen lassen und gleichzeitig über den Umfang religiöser Werbung/Mission auf dem Globus meditieren.
Interessant ist an dem Beitrag die angehängte Umfrage "Glauben Sie an Gott?" mit der Wahlmöglichkeit Ja/Nein.
Bitte erst schätzen und danach auf "Ergebnis" klicken.

Und: So typisch wie bezeichnend für Gläubige scheint dieser Kommentar zu sein, in dem es heißt:
"...Es gibt zahlreiche Gottesbeweise. Als Atheistin (oder als was Sie sich sehen) sind Sie davon überzeugt, dass alles auf dieser Welt durch Zufall entstanden ist, und zwar in Millionen (vielleicht auch in Milliarden) von Jahren. Der Mensch stammt vom Affen ab usw.. Fakt ist aber, dass - wenn man sich wirklich ernsthaft mit unserer Umwelt beschäftigt - feststellt, dass alles (egal ob Mensch, Tiere oder das Universum) so komplex ist, dass hinter alledem ein unendlich intelligenter Geist stecken m u s s! ..."
Kann man das anders interpretieren als die Weisheit: "Was mein persönliches Gehirn sich eben mal nicht vorstellen kann, m u s s von einem Gott stammen"?

Nachtrag (3.2.2009): Wer vermutet, das obige Umfrage-Ergebnis könnte durch das Artikelthema verschoben sein, findet hier eine unabhängige Gegenprobe.

13 Januar, 2009

Einfach Zufall oder Feinabstimmung?

Theisten argumentieren gern mit der „Feinabstimmung“. Warum?
Wissenschaft basiert auf Vertrauen in die Gültigkeit der Statistik. Die theistische Hoffnung: Wenn die Wahrscheinlichkeit, unsere Welt könnte zufällig so entstanden sein, praktisch gleich Null ist, dann würde ein vernünftig denkender Mensch evtl. die Möglichkeit der Existenz eines intelligenten Schöpfers erwägen.
Machen wir ein Experiment: Wir nehmen einen Würfel, würfeln Einhundert mal und erhalten dieses Ergebnis:

23166442454633233145321261435263235213453336521334
35614666326564444122351136123641334623646341424522

Wie groß war die Wahrscheinlichkeit, dass wir genau dieses Ergebnis erhalten werden? Die Zahl ist so klein, dass sie sich unserer Vorstellungskraft entzieht: 1,53 .10-78. Wie ist es möglich, dass wir hier tatsächlich sofort und ohne alle Mühe ein Ergebnis produziert haben, für dessen Auftreten die Wahrscheinlichkeit nach allen vernünftigen Maßstäben praktisch gleich Null ist? Waren wir allmächtig, allwissend?
Wir sind in eine Denkfalle getappt. Dieses Hantieren mit Wahrscheinlichkeiten macht nur Sinn, wenn wir Vorgänge betrachten, die in der Zukunft liegen. In Feynmans Text „Unser unwissenschaftliches Zeitalter“ finden wir dazu u.a.:
„Nun möchte ich mich einer anderen Art Grundprinzip oder Idee zuwenden, nämlich, daß es keinen Sinn hat, die Wahrscheinlichkeit oder Chancen zu berechnen, daß etwas passiert, nachdem es geschehen ist. Viele Wissenschaftler sind sich dieses Problems nicht einmal bewußt...
Beispielsweise habe ich heute abend etwas wahrhaft Bemerkenswertes erlebt. Auf meinem Weg hierher habe ich das Nummernschild ANZ 912 gesehen. Und jetzt berechnen Sie bitte die Wahrscheinlichkeit, daß ich von allen Nummernschildern in Staat Washington zufällig das mit ANZ 912 sehe. Stimmt, das ist albern.“

18 Dezember, 2008

Die Bilanz aus vielen Trauerfeiern

Gelesen beim WDR:
"Als ev. Pastor habe ich mehr als 2000 Trauerfeiern gestaltet und bei Trauergesprächen so häufig erfahren, daß eine Familie ohne Erfolg viel Geld bei alternativen Heilern investiert hat, daß ich nicht mehr daran glauben kann. Für die Familien bleibt nur die Genugtuung, daß sie alles für ihren Verstorbenen getan haben und ihnen kein Opfer zu groß war. Davon lebt die alternative Medizin." 
(18.12.2008 00:52 Uhr) 
Wer das nun für eine typische Meinung der Fernsehzuschauer halten sollte, darf sich im dortigen Gästebuch von einer genau gegenteiligen Massenhysterie überzeugen.

17 Dezember, 2008

Freude bei den Evangelikalen

Herr Schirrmacher stellt nämlich fest: "Wir haben derzeit so viele Chancen, uns selbst in den Medien darzustellen, wie nie zuvor. Verantwortliche aller Art holen unseren Rat ein wie nie zu vor."

Ja, die Medien sind schon auf Draht.

15 Dezember, 2008

Ein paar Worte so zum Selbstverständnis

Manche Theisten meinen anscheinend – weil sie selbst sich eine Welt ohne Gott nicht vorstellen können – dass auch dem Atheisten unterschwellig eine Gottesexistenz schwant, dass der Atheist dieser unterschwelligen Ahnung irgendwie auszuweichen versucht und dass man dem Atheisten raten könnte, sich doch mal auf Gottesahnung einzulassen, um mit sich ins Reine zu kommen.

Liebe Theisten, dem ist nicht so.

Der Atheist erkennt einfach, dass es in der Welt natürlich zu geht, dass da kein Gott ist und nicht sein muss, dass alles, was wir an der Welt bestaunen, aus ihr selbst kommt. In einem an ihn gerichteten Ansinnen, hinter der literarischen Erfindung „Gott“ etwas real existierendes anzunehmen, sähe der Atheist eine Aufforderung zu Unehrlichkeit.

Der Atheist sieht, dass Theisten einer Gottesvorstellung verhaftet sind, von der sie sich nicht lösen können und nicht lösen wollen.

Eine theistische Unterstellung, der Atheist verneine die Existenz von Liebe, Güte, Moral usw., wäre Unfug. Der Atheist weiß, dass all die geistigen Kategorien natürlich real existieren, als menschliche Eigenarten, die man hegen und pflegen kann und muss.

09 Dezember, 2008

Folgerichtig wäre Selbstaufgabe

... des Christentums als letzter segensreicher Dienst an der modernen Kultur insofern, als im Sinne der Volkssouveränität alle Macht vom Volk ausgeht und Moral längst vernunft- und nicht mehr religionsbegründet ist. So etwa beschreibt die Badische Zeitung den Inhalt eines Vortrags von Herbert Schnädelbach.

17 November, 2008

Säkulare Organisationen...

... in Deutschland haben erstmals seit Jahrzehnten Zusammenarbeit unter einem Dachverband vereinbart, wie der Tagesspiegel meldet.

02 November, 2008

Himmel! Warum lügst du nicht – wie alle!

Kleiner Auszug aus dem Tagesspiegel:
Kayleigh, 15 und gar nicht schwach , wurde von ihrer Lehrerin gefragt: „Wie viele Heiligenstatuen habt ihr daheim?“ Kayleigh sagte entschieden: „Keine. Nicht mal draußen.“ Mein Vermieter schlug in Sorge um ihre Noten die Hände über dem Kopf zusammen und rief: „Himmel! Warum lügst du nicht – wie wir alle!“
Kein Kommentar.

22 Oktober, 2008

Weil in England Kirchen plakatieren...


... haben sich dortige Atheisten entschlossen, einfach mal das gleiche zu tun:

20 Oktober, 2008

Schweizer Freidenker zu Glaubensfragen

Viele der Konfessionsfreien, die sich hier zu ihrer Anschauung bekennen, geben einen kleinen Kommentar darüber ab. Interessant sind diese Kommentare aus verschiedenen Perspektiven: Gläubige finden hier Beispiele, wie Glaube von Skepsis verdrängt werden kann, Konfessionsfreie werden eine Reihe ihrer Ansichten bestätigt finden und sie um Ergänzungen bereichern können, und Leute, die in der einen oder in der anderen Richtung unterwegs sind, können den Wert ihrer Zweifel an einer bunten Vielzahl unterschiedlicher Meinungen messen.

04 September, 2008

Wurde Zeit, dass jemand Klartext redet

Dieses ewige Gestammel der Physiker war ja schon nicht mehr mit anzuhören: Immer, wenn das Gespräch auf die sogenannte "Gravitation" kommt, flüchten sie in schwammiges Vokabular über irgendwelche angeblichen emergenten "Kraftfelder", von denen sie aber auf Quantenebene plötzlich selber nichts mehr finden. Kaum ein Fachgebiet ist so skandalös inkonsistent, wie das der Physiker, wenn sie sich über dieses Phänomen äußern sollen. Dabei hat sich seit Newton nichts daran geändert, dass noch keiner eine schlüssige säkulare Erklärung für die tatsächliche letztendliche Herkunft der "Gravitation" präsentieren konnte. Soll unser Nachwuchs auch so verbildet aufwachsen? Natürlich nicht. Es wurde höchste Zeit, dass sich verantwortungsbewusste Wissenschaftler dem Problem widmen und nun endlich evidenzbasiert die Effekte der ominösen Gravitationstheorie durch das Faktum des Intelligent Falling beschreiben. Einen großen Dank an diejenigen, die mit Zähigkeit daran arbeiten, dass wir verbreiteten Irrlehren selbstherrlicher Physiker etwas entgegensetzen können.

29 August, 2008

Wie sich Ingersoll der Wahrheit nähert

Ein Bibelleser hatte in ein Gästebuch geschrieben: "Dem 'Weisen' ist die Bibel allerdings eine Torheit - war bei mir genauso, solange ich versucht habe, sie zu verstehen!!!! Vertrauen ist der Schlüssel und das ist gar nicht so einfach!"

Über Dutzende Generationen wurden und werden Heerscharen von Interpreten für die Sisyphusarbeit herangezogen, in der Bibel gesammelte Ungereimtheiten dem Publikum schmackhaft zu machen. Es wird gesagt, das seien also von "höheren Wesen" inspirierte Bilder, wörtlich zu nehmen nur da, wo der Bibelspezialist es gut heißt uswusf.

Kann man sich anstelle der von religiös geprägten Bibelinterpreten vorgegebenen Weise einen vernünftigen Zugang zu den Wirrungen des Bibeltextes verschaffen? Man kann.

Zu Robert Ingersolls Talenten hat es gehört, sich von eingetrichterter Verklärung zu lösen und den Text unverstellt zu besehen. Und so wie er die Sache sieht, fügt sich alles wieder in ein klares Bild: Wenn die Bibel von irgendetwas inspiriert ist, dann nicht von "höheren Wesen", sondern von nichts, nichts anderem als dem Unwissen antiker Nomaden. Da wächst eben das Gras, bevor die Sonne gemacht ist, da ist eben der Himmel etwas, wo am dritten Tag die Sterne angebracht werden, Mond und Sonne als handliches Licht, das mal schnell für ein paar Stunden anzuhalten einem Gott weniger Mühe macht als eine Krankheit zu heilen, da treten eben sämtliche(!) Tiere an, um vom Mann ihren Namen zu erhalten (die Frau war ja noch nicht da), also die Art Märchen, die urgeschichtliche Nomaden sich ausdenken könnten, um die Sippe im Zelt bei Laune zu halten es ist erfrischend, Ingersoll zu lesen. Und es ist bemerkenswert, dass vor weit über hundert Jahren Stadt- und Kirchenväter Ingersoll das Podium gegeben haben, Leute auf die Weise zum kritischen Denken anzuregen.

26 August, 2008

Darf man Gottes Existenz bestreiten?

Wenn Herr Beckstein sagt, dass der Gott der Muslime ein anderer sei als der der Christen, dann gibt es vernünftigerweise nur zwei Möglichkeiten. Entweder glaubt Herr Beckstein tatsächlich an zwei Götter (was ihn evtl. in Erklärungsnot gegenüber dem Vatikan brächte), oder er bestreitet, dass der "andere", also der der Muslime tatsächlich existiert. Im Gegenzug darf er natürlich davon ausgehen, dass die Muslime die Existenz des Gottes bestreiten, an den Herr Beckstein glaubt. Die Existenz der allermeisten Götter und Gottheiten (Hochrechnungen reichen bis 100000) wird von den allermeisten Menschen bestritten. Buddhisten, Christen, Juden, Muslime und Atheisten sind sich darin einig, die Existenz (fast) aller Götter zu bestreiten. Theisten bestreiten die Existenz aller Götter bis auf die Existenz der jeweils eigenen, Monotheisten bestreiten – wie Herr Beckstein – die Existenz aller Götter bis auf die Existenz eines einzigen der 100000 – des jeweils eigenen. Fazit: Im Mittel wird aller Götter Existenz von der Mehrheit der Menschen bestritten, sie werden üblicherweise als literarische Erfindung angesehen, was auch in Ordnung ist.

22 Juli, 2008

Um noch mal auf Emergenz zu kommen

Warum? Weil nach dem Posting vom 25. März 2008 Kommentare von Leuchtspur auftauchten, die Verständnisprobleme signalisierten, etwa in der folgenden Art:

“Strukturen bilden sich, untergeordnete Strukturen, übergeordnete Strukturen. Emergenz taucht auf. Und ob sich dadurch nun eine Spiralarmgalaxie bildet, oder ein Mensch, macht keinen allzu grossen Unterschied.”

In dieser Darstellung hat die Materie ja quasi göttliche Eigenschaften. Kann es sein, daß die Brights lediglich einen Gott durch einen anderen ausgetauscht haben?

Was ist der Witz an der Emergenz-Idee? Mit "Emergenz" ist gemeint, dass die Eigenschaften eines Systems nicht nur durch die Eigenschaften der Systembestandteile festgelegt sind, sondern auch durch die Struktur, die die Bestandteile bilden: Ein- und dieselben Kohlenstoffatome können als Graphitmine im Bleistift vorliegen, als ein Stück Holzkohle oder als Diamant. Die Eigenschaften des Gesamtsystems werden nicht allein durch die Eigenschaften des Bestandteils "Kohlenstoffatom" festgelegt, sondern gleichermaßen durch die Struktur, in der diese Bestandteile angeordnet sind. Ein- und dieselben H2O-Moleküle können fließendes Wasser bilden, ein Stück Eis oder auch eine Dampfwolke: Es ist die aktuelle Struktur der Bestandteile (also des Molekülverbandes), woraus sich die Systemeigenschaften ergeben.

Drückt der Laut "A" göttliche Erhabenheit aus? Nicht? Oder drückt der Laut "B" göttliche Erhabenheit aus? Oder vielleicht der Laut "C" ... oder "Z"? Wäre es – nachdem alle diese Fragen verneint sind – richtig, zu behaupten, dass Laute oder eine Folge aus Lauten nicht geeignet sind, göttliche Erhabenheit auszudrücken? Woraus besteht das Vaterunser? Die Bibel? Der Koran? Aus Lauten – aneinandergereiht – aber eben nur aus Lauten. Dieselben Laute, die den Bibeltext ausmachen, ergeben durch Umordnung kompletten Unfug, eine Shakespeare-Komödie, einen Agatha-Christie-Krimi, einen Pornoroman, einen Terroraufruf, Einsteins Dissertation oder was auch immer: Es sind eben nicht allein die Bestandteile eines Systems, die über seine konkreten Eigenschaften bestimmen, sondern gleichermaßen die Art und Weise, wie die Bestandteile angeordnet sind, also die Struktur des Systems.

Das alles ist nicht schwer einzusehen, es ist eher selbstverständlich, gesunder Menschenverstand.

Aber: Wenn es um Denken, Intelligenz, Gefühle, Liebe, Seele, Spiritualität geht, dann argumentieren Theisten gern, dass ein Wesen, das "lediglich" aus Molekülen besteht, nichts anderes als ein "seelenloser Bioautomat" sein könne. Und das ist einfach nur falsch. Denn der Mensch und sein Gehirn bestehen eben nicht nur aus der Zutat Moleküle, sondern auch noch aus der Zutat Struktur. Und genau so, wie Laute in einer geeigneten Struktur die Bibel hervorbringen, genau so repräsentiert die geeignete Struktur von Molekülen und Neuronen uns Menschen, mit all unseren religiösen und atheistischen, aufgeklärten Ideen und Gefühlen.

20 Juli, 2008

Vor drei Jahren ist derBright gestartet

Was ergibt sich als kleine Zwischenbilanz?
  • derBright ist mit grob gerechnet zwei Besuchern pro Tag einer der kleinsten Blogs; das wird auch so bleiben.
  • Es gibt viele gute und produktive Blogs; zu den besten gehören daylightatheism und evilunderthesun. Die Links dort führen zu vielen weiteren.
  • Eine schöne Übersicht über Atheismus und verschiedene Religionen gibt es bei BBC.
  • Wir machen weiter.

04 Juni, 2008

Wir bewegen uns im Mesokosmos

Da und dort hatte derBright Umstände aufgezählt, die möglicherweise dazu beitragen, Leute an die Existenz göttlicher Wesen glauben zu lassen. Hierbei spielte die Individualgeschichte eine erhebliche Rolle. Über weitere glaubensfördernde Umstände, die eher in der Artengeschichte wurzeln könnten, macht sich Libertarian Gedanken. Da sich die Sozialkultur schneller entwickelt als unsere Hirnbiologie, halten die biologisch basierten geistigen Fähigkeiten nicht Schritt mit kulturellen Erkenntnissen. Terry Pratchett drückt das in seinen Sachbüchern so aus, dass das Gehirn dazu gemacht ist, den Affen auf dem Nachbarbaum anzuschreien, nicht aber, um Wissenschaft zu betreiben. Es ist wirklich so, dass wir bestimmte Sachen ganz schlecht können, z.B. Wahrscheinlichkeiten abschätzen – wie man etwa am "Ziegenproblem" erkennen kann.
Wenn unsere Evolution im Mesokosmos dafür gesorgt hat, dass wir die Welt instinktiv teleologisch sehen, dass wir also davon ausgehen, bei Wirkungen regelmäßig eine Absicht anzunehmen, dann haben manche Mitbürger evtl. Schwierigkeiten, dem Lauf der Vorgänge in einer tatsächlich absichtslosen Welt zu folgen und fühlen sich mit einer Konstruktion wohler, der sie die vermeintlichen Absichten zuschreiben können.

14 Mai, 2008

Kann man Kinder vor Verdummung schützen?

Was Kinder aus Katechesen "lernen":

"Ich habe z.B. selbst erlebt, dass der 'Geist' beim Tischerücken begann, in einer Schrift zu schreiben, die keiner der Anwesenden lesen oder schreiben konnte. Erst ein Experte übersetzte die Schrift - und siehe, es handelte sich um sinnvolle Antworten! ... Nein, ich bin persönlich der festen Überzeugung, dass diese Praktiken das sind, was sie zu sein scheinen: Möglichkeiten der Kontaktaufnahme mit Geistern. ... z. B. sich selbst bewegende Pinsel, die Botschaften auf Plakate schreiben? Oder Bananen, die über den Tisch schweben und rhythmisch das Morsealphabet klopfen? Oder Schaufensterpuppen, die mit den Bewegungen der Taubstummensprache unsere Zukunft enthüllen ..."

10 April, 2008

Welches Werkzeug hilft uns gegen Täuschung?

Wer hat sich schon mal getäuscht? Sicherlich alle.
Wer lässt sich gern mit Täuschungen betrügen? Sicherlich niemand.
Die Sinne sind nicht perfekt. Nicht selten vermitteln sie verfälschte Eindrücke. Wer solchen verfälschten Eindruck für bare Münze nimmt, macht sich von der Welt ein falsches Bild.
Zur Illustration eine optische Täuschung:

Unkritische würden vielleicht besten Gewissens Haus und Hof darauf verwetten, dass Feld B heller ist als Feld A. (Wessen Browser es anbietet, kann das Bild rechts anklicken und per "Grafik anzeigen" vergrößert betrachten.)
Kann man etwas dagegen tun, so getäuscht zu werden? Man kann. Wenn man will.
Wer nicht auf Täuschungen hereinfallen will, kann trainieren, kritisch zu sein, dem ersten Eindruck nicht zu glauben und jeden Sachverhalt möglichst genau zu prüfen. Für das obige Bild könnte das z.B. heißen: Nimm Dir ein Grafikprogramm, schneide die Felder A und B aus und vergleiche sie direkt miteinander, lass Dir den binären Farbcode der einzelnen Felder anzeigen. Oder drucke das Bild auf Papier aus und schneide die Felder mit der Schere aus, um sie direkt zu vergleichen, oder auch mal probeweise auszutauschen.
Wer jemanden täuscht, hat dann leichtes Spiel, wenn der betroffene nicht kritisch, sondern leichtgläubig ist.
Auffällig ist in diesem Zusammenhang, wie unverblümt betont vordergründig Religionen zur Leichtgläubigkeit gegenüber Religionsinhalten auffordern, gern auch direkt dazu, ungereimtes unkritisch hinzunehmen, sich von Wunschdenken leiten zu lassen, Zweifel als Sünde anzusehen:
Unsinn hinnehmen:
  • "Dem 'Weisen' ist die Bibel allerdings eine Torheit - war bei mir genauso, solange ich versucht habe, sie zu verstehen!!!! Vertrauen ist der Schlüssel und das ist gar nicht so einfach!" (Gästebuch)
  • Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache (1. Kor. 1,27)
Verstand missachten:
  • Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen (1. Kor. 1,19)
Wunschdenken nahelegen:
  • Sie glauben nicht an Erlösung ... und an ein Paradies, halten derlei Dinge aber für wünschenswert. Wenn Sie diesem Wunsch nun noch Luft zum Atmen gäben, ohne ihn sofort mit Einwänden aller Art abzuschneiden, hätten Sie eine Hoffnung... (Gästebuch)
Zweifel diskreditieren:
Ist das Zufall?
Ergänzung am 20.4.2008: http://www.askanatheist.org/articles/bestopticalillusion.html

25 März, 2008

Was Theisten nicht verstanden haben

Kann ein einzelner Sessel durch die Luft über den Atlantik reisen? Nein; die Gesetze der Physik erlauben nicht, dass ein Sessel von London nach Washington durch die Luft reist. Wie ist das mit Rädern, Motoren, Fensterscheiben? Computern, Blechen, Plastikschläuchen? Wir können Tausende und abertausende von Dingen aufzählen, für die die Physik die Möglichkeit verbietet, in London zu starten und in Washington sanft zu landen. Setzt man aber all diese Tausenden Dinge zu einem Jumbo Jet zusammen, dann tut der das, was für jedes seiner Einzelteile nicht möglich ist. Interessanterweise ist unsere reale Welt so eingerichtet, dass genau dieselben physikalischen Gesetze, die ausnahmslos allen einzelnen Teilen die Luftreise verbieten, für deren geeignete Zusammensetzung eine Luftreise nicht mehr verbieten, sondern erlauben, und zwar – darum geht es hier – ohne jede übernatürliche Zutat.
Neu ist die Erkenntnis nicht. Schon Aristoteles wusste, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, und Philosophen und Physiker haben das Phänomen "Emergenz" umfänglich untersucht und forschen weiter darüber, weil wir es erst in Ansätzen verstehen.
Dinge haben also nie "nur" die Eigenschaften ihrer materiellen Bestandteile, sondern darüber hinaus auch neue Eigenschaften, durchaus auch ganz unerwartete, überraschende (das ist das Wesen von Emergenz), die durch ihre Struktur wirklich erst hervorgebracht werden, die also vorher – vor dem Aufbauen dieser Struktur – weder zu sehen noch zu erwarten waren.
Das alles ist so offenkundig richtig, dass man bis auf Ausnahmen heute keinen Theisten finden wird, der behauptet, fliegen von Dingen "schwerer als Luft" sei nur dank göttlichen Eingriffs möglich. Unterstellte man Theisten pauschal, die zugehörigen physikalisch-technischen Zusammenhänge nicht zu durchschauen, wären sie – zu recht – empört.
Merkwürdigerweise hindert das viele Theisten nicht daran, Emergenz auf anderen Gebieten hartnäckigst zu ignorieren. Geradezu typisch zeigt sich das bei Angelegenheiten wie "Denken", "freier Wille", "Liebe" und sonstigen psychologischen und sozialen Phänomenen. Dazu wahllos herausgegriffene Beispiele aus Unmengen, wie sie allenthalben von Theisten abgesondert im Netz zu finden sind:
  • "Eine Maschine besteht aus der Summe ihrer Teile" (So subtil signalisiert ein leibhaftiger Theist, dass ihm Aristoteles nicht geheuer ist; hier hilft nicht mal der obige Jumbo Jet. Leider ist die Quelle aus dem Netz genommen worden.)
  • "Der Mensch wird wegerklärt, was bleibt ist ein seelenloser Bioautomat"
  • "wenn es also nichts spezifisch menschliches mehr gibt, warum nennen sich diese deterministischen Bioautomaten noch so"
  • "Es gibt mittlerweile Hirnforscher, die den Materialismus so radikal denken, dass sie den Menschen nur als Ansammlung von physikalischen, biochemischen Prozessen sehen und ihm jeglichen Geist absprechen" ... uswusf.
Selbstverständlich sind Lebewesen mehr als "deterministische Bioautomaten", allerdings ist all dieses "Mehr", zu dem u.a. auch das gehört, was Theisten gern "Seele" nennen, keine übernatürliche Draufgabe zur Chemie und Biologie der Lebewesen, sondern genau die Auswirkung der natürlichen, emergenten Neuronalstruktur, also so natürlich wie die biologischen und chemischen Prozesse selbst, nur eben nicht materiell basiert, sondern strukturell basiert. Und speziell für den Menschen und die menschliche Gesellschaft kommen jetzt zur emergenten Funktion der Neuronalstruktur, die das Denken ermöglicht, auch noch emergente Sozialstrukturen, emergente Strukturen der historischen und der Geisteswelt mitsamt allen weltanschaulichen, wissenschaftlichen, künstlerischen, moralischen usw. Vorstellungen, ein Füllhorn neu zu entdeckender Dinge.
So einfach. So unerschöpflich. So natürlich.

14 Februar, 2008

Religion in Bundestag und Wahlvolk

Am 12. März 2007 war der Name des ersten USA-Kongressmitglieds bekannt geworden, das von sich sich sagt, nicht an Gott zu glauben ("nontheist").
Nun darf der Leser raten, wie viele Mitglieder des Deutschen Bundestages bekennen, Atheist zu sein. Bitte erst schätzen, dann hier klicken.
Na, richtig geraten? Ist das repräsentativ für die Religionszugehörigkeit im Wahlvolk?

04 Januar, 2008

Schon der Klappentext verfälscht die Wahrheit

    Der Text auf der Rückseite des Buches "Der Atheismus-Wahn" (von Alister McGrath, Gerth Medien 2007) beginnt mit dem Satz: "Immer wieder stößt der Glaube an Gott in den Medien auf heftige Kritik". In diesen dreizehn Wörtern findet derBright schon drei fragwürdige Punkte:
    • Wie oft bitte ist "immer wieder"? Ist das so oft wie die tägliche Morgenandacht im Radio? Das Glockenläuten? Die sonntäglichen Gottesdienste in Funk und Fernsehen? Die Erscheinungsfrequenz religiöser Rubriken in Zeitungen und Zeitschriften?
    • Was bitte ist mit "den Medien" gemeint? Radio? Fernsehen? FAZ und Welt und Focus und Stern und Spiegel und Zeit?
    • Was bitte ist "heftige Kritik"? Ist das eine Forderung, Lästerung des Atheismus strafrechtlich zu verfolgen oder solche Strafverfolgung zu verschärfen? Ist das die Bekundung hochrangiger offizieller Würdenträger, wer in einer religiösen Familie aufwächst, ist geistiger Krüppel?
    Und der Genauigkeit halber: Wenn irgendwann doch irgendwo auch heftige Kritik geübt wurde, stand da wirklich genau der Glaube an Gott im Fokus, den ganz persönlich zu haben oder nicht zu haben ohnehin niemand verwehrt oder vorgehalten werden kann? Oder waren das evtl. eher Vorgänge mit einem Etikett "in Gottes Namen"?
    Wenn jemand meint, der Text zum Buch verfälsche die Wahrheit nicht, dann bittet derBright ganz herzlich, das im Kommentar zu belegen, nämlich
    • wann "immer wieder"
    • genau "der Glaube an Gott"
    • wo "in den Medien"
    • wie "heftige Kritik"
    erfuhr. Sollten sich solche Belege finden, wird derBright das hier im Text sehr gern korrigierend vermerken. Andernfalls stellen wir fest, dass es anscheinend nötig war, mit Unwahrheit für das Anliegen des Buches zu werben.

    04 Dezember, 2007

    Wie McGrath den Weihnachtsmann erledigt

      Als Antwort auf Dawkins' Weihnachtsmannvergleich fragt McGrath den Leser (S. 22): "Wie viele Menschen kennen Sie, die als Erwachsene angefangen haben, an den Weihnachtsmann zu glauben." (In: "Der Atheismus-Wahn" von Alister McGrath, Gerth Medien 2007.) Hier muss derBright ehrlicherweise antworten: "Keinen". Das Argument hat also gesessen.

      Hat es das? Wirklich? Oder könnte es auch ein faules Ei sein? Was muss McGrath ehrlicherweise seinerseits gelten lassen, damit die Bedingungen wirklich vergleichbar sind?
      Z.B.:
      • Wer dem Weihnachtsmann nicht huldigt, wird nach dem Tod auf ewig unsäglichste Höllenqualen leiden, wer ihn aber anbetet, kommt ins Paradies und weilt ewig da in schönsten Verhältnissen (falls er nicht auf eine Ente tritt).
      • Weihnachtsmannlästerung wird gesetzlich verfolgt; Politiker fordern härtere Strafen dafür.
      • Wer dem Weihnachtsmannpriester beichtet, dem werden sämtliche Sünden vergeben.
      • Die Rundfunksender huldigen täglich in der Morgenandacht dem Weihnachtsmann.
      • Der Staat finanziert den Universitäten eine weihnachtsmannkundliche Fakultät, an der Professoren die nächsten Generationen von Weihnachtsmannwissenschaftlern ausbilden.
      • Großkonzerne finanzieren Stiftungen, die sich mit der "Zukunftsperspektive" des Weihnachtsmannglaubens beschäftigen und Konzepte, Empfehlungen und Handlungsstrategien entwickeln.
      • Weihnachtsmannbischöfe erklären Mitbürger, die in weihnachtsmannungläubigen Familien aufgewachsen sind, zu geistigen Krüppeln.
      Ohne das hier explizit zu vervollständigen nehmen wir an, dass auch alle nicht aufgezählten Teile religiöser Infrastruktur wie schulischer Religionsunterricht, Kirchengebäude uswusf. total und ausschließlich auf die Weihnachtsmanngläubigkeit ausgerichtet sind. (Mit "alle" sind wirklich alle gemeint, also in Bayerns Klassenzimmern steht anstelle des Kruzifixes ganzjährig ein Weihnachtsbaum, auf US-Banknoten steht: "In Santa Claus we trust", im Vatikan sind Exorzisten angestellt, die Leuten, die den Weihnachtsmannglauben zu verlieren drohen, den Teufel austreiben sollen usw.)
      Außerdem setzen wir voraus, dass unter ausnahmslos allen Erwachsenen ein Glaube an Gott als Kinderei gilt und die Eltern das ihren Kindern im Vertrauen auch bestätigen, wenn sie das entsprechende Alter erreicht haben.
      Dazu gehört natürlich auch, dass McGrath aus unerschütterlicher, tiefster innerer Überzeugung mit all seiner akademischen Autorität als studierter Weihnachtsmannwissenschaftler ein Buch mit dem Titel "Der Antiweihnachtsmannwahn" veröffentlicht, in dem er Kritikern vorwirft, Fakten der Weihnachtsmannwissenschaft nicht präzise genug zu würdigen, auch auf das lächerliche Gottesargument eingeht und dazu auf S. 22 schreibt: "Als ich etwa fünf Jahre alt war, hörte ich auf, an die Existenz Gottes zu glauben (auch wenn ich dies meinen Eltern noch einige Zeit verschwieg, weil mir durchaus bewusst war, dass mir das Vorteile brachte)."

      So, und jetzt fragen wir noch mal: Wie viele Menschen werden unter diesen Bedingungen angesichts einer alles erdrückenden Weihnachtsmanngläubigkeitsmacht – oder einfach schon in gutem, schlichtem Vertrauen auf hochkarätige Autoritäten wie McGrath und Vatikan – als Erwachsene eher anfangen, an den Weihnachtsmann zu glauben, anstatt an einer eigenen kleinen Skepsis festzuhalten?

      27 November, 2007

      Religion geht gern auch "kontrafaktisch"

      Während er Dawkins ein ganzes Buch lang vorwirft, sich zu wenig an Fakten zu halten, schafft McGrath auf S. 80 die Glanzleistung, der Religion selbst einen absoluten Freibrief auszustellen: "Menschen können ... kontrafaktischen Glaubensaussagen ... zustimmen, weil jener kognitive Prozess, der mit ihrer individuellen Religion einhergeht, sich nicht auf derselben Ebene abspielt." (In: "Der Atheismus-Wahn" von Alister McGrath, Gerth Medien 2007.)
      Auf Klardeutsch also: "Meine individuelle Religion erlaubt mir, die Auswirkung unbequemer Fakten frech zu ignorieren; wenn Fakten nicht zu meinen Geschichten passen, habe ich eben ein 'Mysterium' – und erwarte dann von Dawkins, dass er brav die 'Fakten' meiner mysteriengestützten Religion würdigt."
      Wenn das kein Wahn ist, was dann?

      04 November, 2007

      Glauben gründlich auf die Spur gegangen

      ... ist Dieter Nuhr mit seinem Buch "Wer's glaubt, wird selig", meint ein Hobby-Rezensent bei Amazon. Jedenfalls hat sich bisher unter den dortigen Rezensenten noch keiner gefunden, der das Buch aus religiöser Sicht beanstandet. Also: Wer noch auf der Suche nach einem Geschenk ist, kann damit wohl nicht viel verkehrt machen. Leseprobe von S. 23 unten: "Ich habe in Differential- und Integralrechnung oft Lösungen gefunden, die ausschließlich auf starkem Glauben beruhten... Leider war unsere Mathematiklehrerin religionslos..."

      25 Oktober, 2007

      Was hat das mit seinem Amt zu schaffen?

      In der Süddeutschen steht, man dürfe Bischöfe nicht mit bestimmten Worten belegen, und auch nicht manche anderen Amtsinhaber. Aber bitte, für den Fall, dass eine beliebige Person über alle Maßen Unsinn von sich gibt (z. B. auch der Art, aufgeklärte Mitbürger wie geistige Krüppel anzusehen), dann sollte doch noch so viel Amt nicht vor einer passenden Zurechtweisung schützen, oder?

      Hörensagen übertrumpft die Fakten

      Bevor derBright im Juli die Merkwürdigkeit angesprochen hatte, dass Tatsachen oft unbeachtet bleiben, hatte er schon an zwei anderen Stellen (1, 2) Gründe aufgelistet, die beitragen, religiöse Verhaltensweisen zu fabrizieren. Gemäß einer neueren Meldung können wir die Auflistung um Gründe ergänzen, die in der menschlichen Natur liegen und die illustrieren, wie Hörensagen wirkt: Der Mensch glaubt häufig gern, was ihm erzählt wird.
      Wo man so erzogen schon sich selbst genügt und nicht Anregung noch Wege findet, Fakten aufgeschlossen zu begegnen, da hat jeder Aberglaube leichtes Spiel und zementiert sich immer wieder selbst. Das ist es, was man gern ein geschlossenes System nennen kann: Jede Sache wird zurückgeführt auf Autorität, die sich selber hütet.

      20 Juli, 2007

      Vor zwei Jahren ist derBright gestartet

      ... und es fasziniert ihn immer wieder aufs Neue, dass sich das, was ganz offenkundig nach allen Regeln unseres Wissens einfach nur Tatsachen sind, merkwürdigerweise nicht "automatisch" als anerkannte Wahrheit durchsetzt. Im Gegenteil: Für noch so irrwitzige Anschauungen finden sich Vertreter, die sich augenscheinlich ernsthaft und wissenschaftlich geben und ihr Publikum bis in höchste Kreise finden. Fazit: Die Wahrheit verlangt mindestens so viel Einsatz, wie die Verbohrten für ihre krausen Theorien aufbringen. Also machen wir weiter und freuen uns über jeden, der mitredet.

      20 Juni, 2007

      Warum gibt es etwas und nicht gar nichts?

      Mancher fragt sich beim Anblick der heutigen Welt: "Wo ist das alles hergekommen"?
      Die Antwort ist einfach: Alles, was wir heute vorfinden, kommt vom voraufgehenden Zustand, von gestern. Und alles, was gestern vorzufinden war, kommt wieder vom voraufgehenden Zustand, vom Tag davor. So einfach. In Ewigkeit. Und nicht anders. Materie ist ewig, ebenso ewig bewegt wie ewig veränderlich.
      Wer sich mit dieser einfachen, organischen Sichtweise partout nicht zufrieden geben will, muss mindestens zwei ungeheuer spekulative Dinge erfinden: Erstens muss er unterstellen, es könnte tatsächlich einen Zustand des materiellen "gar nichts" geben, der dann auch wirklich bestanden haben müsste, und zweitens muss er darüber hinaus auch noch unterstellen, dass es eine Möglichkeit gäbe, aus diesem "Gar nichts" das "Alles" zu machen.
      (Religionen unterstellen dazu gern eine dritte Spekulation – noch weiter hergeholt als die anderen beiden – dass es göttliche Wesen gäbe, die diesen Übergang vom "nichts" zum "alles" als "Schöpfungsakt" bewerkstelligen.)
      Alle Unterstellungen – schon jede für sich – liegen jenseits jeder Vernunft. Für eine Gültigkeit der Unterstellungen gibt es nicht den geringsten Anhaltspunkt – abgesehen von Märchen aus der Eisenzeit, die variiert bis heute weitererzählt werden.
      Was ist einfacher und logischer, auch im Sinne von Ockhams? Dass sich der jetzige Zustand jeweils schlicht aus dem voraufgehenden ergibt? Oder dass es einen universellen Zustand des totalen Nichts gegeben haben soll und dazu die Möglichkeit, aus "nichts" "alles" zu machen?
      Denken hilft.

      Aber halt mal, was ist mit dem Urknall?


      Jeder weiß ja, dass mit dem Urknall nicht nur der Raum und die Materie, sondern auch die Zeit entstanden sind, so dass eine Frage nach "Zeit vor dem Urknall" sinnlos ist. Also ist der Urknall und damit "alles" doch wirklich aus dem Nichts entstanden!
      Falsch. Über den Zustand, aus dem der Urknall entstanden ist, wissen wir wenig bis nichts. Unklar ist z. Zt. auch noch, wie viel wir jemals darüber wissen werden. Natürlich ist es eine Spekulation, aber wenn wir davon ausgehen, dass der Urknall genauso wie jede andere Veränderung der Welt ein Übergang zwischen unterschiedlichen Zuständen der Materie war, dann haben wir eine Spekulation, die wegen ihrer organischen, konsistenten Struktur sehr viel mehr Richtigkeit enthalten dürfte als jede Spekulation über irgendeine Art "Schöpfung" von "allem" aus "nichts". (Siehe auch: http://www.astronews.com/news/artikel/2007/07/0707-005.shtml )

      Wie bewegt man Leute, hier zu zweifeln?


      Wer vorher schon weiß, dass er auf einen Schöpfer hinaus will, argumentiert von Anfang an entsprechend: In Verbindung mit der Natur und ihren Erscheinungsformen werden dann gern Beiworte wie "vergänglich" gebraucht, mit der augenscheinlichen Absicht, auf die Endlichkeit alles Irdischen aufmerksam zu machen, wobei sich aus der Endlichkeit ergibt, dass es auch eines Anfangs bedarf, für den letztlich ein Schöpfer nötig wäre. Ein Musterbeispiel dafür findet sich in der Kathpedia, wo es z. B. heißt: "Nun wissen wir eines mit Gewissheit, mit philosophischer, denkerischer Gewissheit: Alles, was wir an Materiellem beobachten können, war einmal nicht. Die Sonne ist entstanden, der Mond, die Erde, das Leben in all seinen Formen, bis hin zum Menschen, zu uns, zu mir. Was einmal nicht war, wird auch wieder vergehen, als Materielles. Was einmal wurde, hat seine Existenz nicht aus sich selber. Es ist in seiner Existenz labil, kann und wird wieder vergehen..."
      Nun, derBright wünscht den Lesern, dass ihnen auffällt, dass hier von der Form die Rede ist: Sonne, Mond, Menschen, während gleichzeitig unterschwellig suggeriert wird, die Substanz sei vergänglich ("Alles, was wir an Materiellem beobachten... war einmal nicht...wird auch wieder vergehen, als Materielles.") und bedürfe somit eines Schöpfers, um der Nichtexistenz enthoben zu werden. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Substanz ist das ewige, ewig veränderliche, das uns mit immer neuen, vergänglichen Formen überrascht: Partikel, Felder, Planeten, Lebewesen, Kunstwerke... eine wunderschöne, konsistente Vorstellung, ganz aus sich selber.

      Ergänzung (15.12.2008): Eine Fundgrube für Interessenten sind die Veröffentlichungen von Adolf Grünbaum, darunter der Hinweis aus seiner Bibliographie:
      "Why is there a Universe AT ALL, Rather Than Just Nothing?" In J. Shook and P. Kurtz (eds.) The Future of Naturalism. Amherst, NY: Prometheus Books. This article was first published in Free Inquiry as Part I, June/July, 2008 and Part II Aug/Sept 2008. See also [385] and [390].

      01 Mai, 2007

      Mechanismen, die den Glauben stützen

      • Erzählungen sind sehr stabile Punkte im persönlichen geistigen zu Hause. Wer erinnert sich nicht lange und plastisch an die ersten bewusst "erlebten" Geschichten mit Geistern, Drachen, Göttern, Ungeheuern.
        Wie oft müssen Eltern Ihren angstgeplagten Kindern über Jahre eindringlich versichern, dass es wirklich keine Ungeheuer gibt.
        Wenn nun dieselben Eltern denselben Kindern mit derselben Autorität unausgesetzt einreden, dass es den Gott wirklich gibt und man ihn anbeten muss: wen wundert's, dass das Spuren hinterlässt. (Dawkins bezeichnet das als "geistigen Kindesmissbrauch".)
      • Gebäude manifestieren Ideengebäude: Gebäude sind nicht wegzudiskutieren, sie stehen da, für sich selbst und für die Idee immer mit. Beeindruckende Gebäude erst recht, großartige Gewölbekonstruktionen, Türme, Malereien usw.
        Das garantiert automatisch Autorität.
      • Staatliche Gewalt: Auch wenn Gerichtsverfahren wegen Gotteslästerung nicht zur Verurteilung des Aufgeklärten führen, zeigt schon die Anstrengung und Durchführung solcher Verfahren und der Ruf nach strengerer Handhabung, dass der Bürger sich hier in vermintem Gelände befindet und daher eher die Klappe halten sollte.
      • Potentielle Reibungen mit Menschen und Organisationen: Wem ist es schon angenehm, religiös gebundener Bekanntschaft und Verwandschaft ihre peinliche Zurückgebliebenheit vorzuhalten, indem man sie – und sei es noch so vorsichtig – wissen lässt, dass man nicht zu denen gehört, die eine literarische Erfindung aus der Eisenzeit anbeten.

      07 März, 2007

      Mitglied des Kongress' will sich erklären

      Der Kongress der Vereinigten Staaten hat 535 Mitglieder. Bisher mochte keines davon riskieren, als nicht gläubig zu gelten. (Siehe auch: "Viele lügen, um gewählt zu werden".) Wie Daylight Atheism nun meldet, will in fünf Tagen, am 12. März 2007, die Secular Coalition for America den Namen eines Kongressmitglieds bekanntgeben, das sich nicht als Theist versteht.

      28 Februar, 2007

      Unterschreibt die Brüsseler Erklärung!

      "Eine säkulare Vision für Europa", das ist die Idee der Erklärung, und unterschreiben kann man sie hier.

      12 Februar, 2007

      Frankreich: ungebetene Geschenke

      Zehntausende Schulen und Universitäten in Frankreich werden mit einem "Atlas of Creation" überschwemmt, meldet FRANCE 24. Und aus dem "Atlas" erfährt man endlich auch, was Darwinisten wirklich machen: Sie sind es, die hinter der Gewalt in der Welt stecken...

      27 Januar, 2007

      Was das Tier vom Menschen unterscheidet

      Eine angenehm nüchterne Bestandsaufnahme, die die Betrachtung von Seele und Geist nicht ausspart: http://www.welt.de/data/2007/01/07/1168143.html

      03 Januar, 2007

      Gläubige ... für ziemliche Idioten

      ... hält Richard Dawkins nach dem Artikel in der taz. Wer das für sehr harsch hält, der sei daran erinnert, dass hiesige offizielle Kirchenvertreter nichtreligiöse Mitbürger auch schon mal als geistige Krüppel bezeichnen.

      09 Dezember, 2006

      Eine literarische Erfindung

      ... hat Reich-Ranitzky die Gottesvorstellung genannt, und treffender lässt es sich wohl kaum ausdrücken: http://www.welt.de/data/2006/10/12/1067630.html

      27 November, 2006

      Warum sollten wir die Wahrheit fürchten

      Der Betreiber der früher schon mal hier erwähnten englischsprachigen Seite Ebonmusings schreibt in seinem "Disclaimer" u.a. folgenden Text, zu dem derBright eine deutsche Übersetzung versucht:
      I ask only that those who read this site keep an open mind. Instead of starting out with the firm belief that my conclusions cannot possibly be correct no matter what I say, I encourage visitors to read what I have to say all the way through, fairly consider my arguments and ask themselves - honestly and fearlessly - which way the evidence really points. Most importantly, I urge visitors to follow wherever the facts lead and be willing to change their mind. The one sentiment held in common by all sides in this debate is that we have nothing to fear from the truth. Of course, if I'm wrong, then I invite all comers to prove me wrong; if you find any genuine errors of fact on my site, I strongly encourage you to write and notify me.
      ...If there is a god, I am certain he can withstand my arguments and take care of himself. On the other hand, if there is no god, then I am doing the right thing by pointing that out, am I not?
      Ich bitte nur darum, dass Leser nicht voreingenommen sind. Anstatt von der vorgefassten Meinung auszugehen, dass meine Schlüsse ohnehin nicht zutreffen könnten – gleichgültig, was ich sage – ermutige ich die Leser, einfach durchzulesen, was ich zu sagen habe, meine Argumente ehrlich zu prüfen und sich selbst zu fragen – ehrlich und ohne Angst – was offenkundig zutrifft. Mir liegt sehr daran, dass die Besucher dahin folgen, wo die Fakten hinführen und bereit sind, ihre Ansichten zu ändern. Worin alle Seiten in dieser Debatte übereinstimmen, ist ja: Warum sollten wir die Wahrheit fürchten? Deshalb lade ich – falls ich falsch liege – alle Besucher ein, mir das zu zeigen; wenn Sie in meinem Webauftritt wirklich irgendwelche unzutreffenden Fakten finden, bitte ich Sie dringend, mir zu schreiben und das mitzuteilen.
      ...Wenn es einen Gott gibt, bin ich sicher, dass er meinen Argumenten standhält und sich dagegen wehren kann. Wenn es andererseits keinen Gott gibt, dann tue ich recht daran, das auch auszusprechen, oder?

      20 November, 2006

      So gut wie bedeutungslos geworden...

      ... sind Kirche, Gottesdienst, Sakramente für die Entwicklung des Gottesglaubens junger Leute: "Insgesamt ist das Ergebnis fürs kirchliche Leben niederschmetternd...Die kirchliche Präsenz geht gegen Null! Wenn Gott - dann ohne Kirche."
      Das sind Sätze aus der Auswertung einer Aktion von "Christ in der Gegenwart".

      06 November, 2006

      Die Athpedia sucht noch Autoren

      Acht Monate nach dem Start der Kathpadia macht nun auch die Athpedia ihre ersten öffentlichen Gehversuche.

      Wikipedia: Admin entscheidet

      Was das heißen kann, erlebten jetzt die Autoren, die über den Humanistischen Pressedienst einen Eintrag schreiben wollten: Er wurde wegen "mangelnder Relevanz" gelöscht.

      31 Oktober, 2006

      Viele lügen, um gewählt zu werden

      Das vermutet Richard Dawkins in einem Interview, wo er sich zu den Mitgliedern des US-Kongresses äußert. Es ist fast unmöglich - so sagt er - dass hunderte Mitglieder, von denen eine Reihe zur intellektuellen Elite gehören, wirklich alle religiös sind. Da man als Atheist aber nicht wählbar ist, ist man zum Lügen gezwungen.

      25 Oktober, 2006

      Pressedienst der Humanisten startet

      Am 20. Oktober auf einer Pressekonferenz in Berlin: Der Humanistische Pressedienst wird der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt. Und http://www.atheistundgut.de hat auch den zugehörigen RSS-Link aufgestöbert.