27 Januar, 2007

Was das Tier vom Menschen unterscheidet

Eine angenehm nüchterne Bestandsaufnahme, die die Betrachtung von Seele und Geist nicht ausspart: http://www.welt.de/data/2007/01/07/1168143.html

03 Januar, 2007

Gläubige ... für ziemliche Idioten

... hält Richard Dawkins nach dem Artikel in der taz. Wer das für sehr harsch hält, der sei daran erinnert, dass hiesige offizielle Kirchenvertreter nichtreligiöse Mitbürger auch schon mal als geistige Krüppel bezeichnen.

09 Dezember, 2006

Eine literarische Erfindung

... hat Reich-Ranitzky die Gottesvorstellung genannt, und treffender lässt es sich wohl kaum ausdrücken: http://www.welt.de/data/2006/10/12/1067630.html

27 November, 2006

Warum sollten wir die Wahrheit fürchten

Der Betreiber der früher schon mal hier erwähnten englischsprachigen Seite Ebonmusings schreibt in seinem "Disclaimer" u.a. folgenden Text, zu dem derBright eine deutsche Übersetzung versucht:
I ask only that those who read this site keep an open mind. Instead of starting out with the firm belief that my conclusions cannot possibly be correct no matter what I say, I encourage visitors to read what I have to say all the way through, fairly consider my arguments and ask themselves - honestly and fearlessly - which way the evidence really points. Most importantly, I urge visitors to follow wherever the facts lead and be willing to change their mind. The one sentiment held in common by all sides in this debate is that we have nothing to fear from the truth. Of course, if I'm wrong, then I invite all comers to prove me wrong; if you find any genuine errors of fact on my site, I strongly encourage you to write and notify me.
...If there is a god, I am certain he can withstand my arguments and take care of himself. On the other hand, if there is no god, then I am doing the right thing by pointing that out, am I not?
Ich bitte nur darum, dass Leser nicht voreingenommen sind. Anstatt von der vorgefassten Meinung auszugehen, dass meine Schlüsse ohnehin nicht zutreffen könnten – gleichgültig, was ich sage – ermutige ich die Leser, einfach durchzulesen, was ich zu sagen habe, meine Argumente ehrlich zu prüfen und sich selbst zu fragen – ehrlich und ohne Angst – was offenkundig zutrifft. Mir liegt sehr daran, dass die Besucher dahin folgen, wo die Fakten hinführen und bereit sind, ihre Ansichten zu ändern. Worin alle Seiten in dieser Debatte übereinstimmen, ist ja: Warum sollten wir die Wahrheit fürchten? Deshalb lade ich – falls ich falsch liege – alle Besucher ein, mir das zu zeigen; wenn Sie in meinem Webauftritt wirklich irgendwelche unzutreffenden Fakten finden, bitte ich Sie dringend, mir zu schreiben und das mitzuteilen.
...Wenn es einen Gott gibt, bin ich sicher, dass er meinen Argumenten standhält und sich dagegen wehren kann. Wenn es andererseits keinen Gott gibt, dann tue ich recht daran, das auch auszusprechen, oder?

20 November, 2006

So gut wie bedeutungslos geworden...

... sind Kirche, Gottesdienst, Sakramente für die Entwicklung des Gottesglaubens junger Leute: "Insgesamt ist das Ergebnis fürs kirchliche Leben niederschmetternd...Die kirchliche Präsenz geht gegen Null! Wenn Gott - dann ohne Kirche."
Das sind Sätze aus der Auswertung einer Aktion von "Christ in der Gegenwart".

06 November, 2006

Die Athpedia sucht noch Autoren

Acht Monate nach dem Start der Kathpadia macht nun auch die Athpedia ihre ersten öffentlichen Gehversuche.

Wikipedia: Admin entscheidet

Was das heißen kann, erlebten jetzt die Autoren, die über den Humanistischen Pressedienst einen Eintrag schreiben wollten: Er wurde wegen "mangelnder Relevanz" gelöscht.

31 Oktober, 2006

Viele lügen, um gewählt zu werden

Das vermutet Richard Dawkins in einem Interview, wo er sich zu den Mitgliedern des US-Kongresses äußert. Es ist fast unmöglich - so sagt er - dass hunderte Mitglieder, von denen eine Reihe zur intellektuellen Elite gehören, wirklich alle religiös sind. Da man als Atheist aber nicht wählbar ist, ist man zum Lügen gezwungen.

25 Oktober, 2006

Pressedienst der Humanisten startet

Am 20. Oktober auf einer Pressekonferenz in Berlin: Der Humanistische Pressedienst wird der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt. Und http://www.atheistundgut.de hat auch den zugehörigen RSS-Link aufgestöbert.

08 Oktober, 2006

Warum heilt Gott nicht die Amputierten?

Über diesen Webauftritt ist derBright gestolpert: http://whywontgodhealamputees.com/
Da geht man der Frage nach, was Gebete bewirken können: Auf der einen Seite gibt es ja unzählige Berichte über Wunderheilungen nach Gebeten, die von Göttergläubigen als ganz verbindliche Beweise für Gottes Wirken erklärt werden. Auf der anderen Seite scheint Gott aus unerklärlichen Gründen die gesamte Gruppe der Amputierten von seinem Wundertun auszunehmen – auch bei noch so großer Not und noch so exzessiven Gebeten ist noch nie beobachtet worden, dass Gott amputierte Körperteile nachwachsen ließ. Wie erklärt sich diese Merkwürdigkeit? Die Autoren bieten elf verschiedene Denkmuster an, und interessant wäre die Meinung von Apologeten, welche Version sie für zutreffend ansehen.
Nachtrag: Wenn man nach "Miguel Juan Pellicer" googelt, findet man Berichte über einen Spanier, dem 1640 ein amputierter Unterschenkel innerhalb einer Nacht komplett nachgewachsen sein soll. Heilt Gott die Amputierten doch?
Nachtrag 2: Studie über den Effekt von Gebeten für Kranke. Wundert sich jemand?

03 Oktober, 2006

Warum mussten die zwei Priester sterben?

...als eine Kirchendecke herabstürzte, beim Erdbeben Ende 1997 ausgerechnet an Franz von Assisis Wirkungsort. Urs Willmann meint in der Morgenwelt: "Sollte sich aber dereinst beweisen lassen, daß es Gott nie, weder vor noch nach dem großen Knall, gegeben hat: Bei der Wirkung, die er trotz Inexistenz in den vergangenen Jahrtausenden erzielt hat, handelt es sich mit Sicherheit um den größten Placebo-Effekt aller Zeiten." Hier ergänzt derBright: ...und um den größten Schwindel...

06 September, 2006

Wofür braucht man einen starken Glauben?



Die eine Sichtweise

Die andere Sichtweise

Die materielle Welt existiert seit je gemäß ihren physikalischen Eigenarten in beständigem Wandel, hat wohl vor gut 13 Mrd. Jahren eine Inflationsphase durchgemacht und sich danach so entwickelt, wie wir sie heute vorfinden.In der ganzen Welt gibt es nichts, buchstäblich nichts materielles, und das über unendlich lange, also für Ewigkeiten von Ewigkeiten, und in diesem Nichts, in dieser unendlichen Leere existiert seit je ein einzelner immaterieller vollkommener persönlicher Geist, allmächtig und allwissend. Und dieser ewige immaterielle persönliche Geist hat sich nach unendlich vielen Ewigkeiten in unendlicher Vollkommenheit vor 6000 Jahren durchgerungen, dass ihm zur gänzlichen Vollkommenheit noch fehlt, aus dem materiellen Nichts den Menschen zu erschaffen. (Über die 6000 Jahre braucht man sich auch nicht zu streiten, es können auch 14 Mrd. sein, angesichts der unendlich vielen Ewigkeiten fällt der Unterschied praktisch nicht ins Gewicht.) Dazu fällt dem Allwissenden Allmächtigen kein einfacherer Weg ein, als erst mal 50 Mrd. Galaxien zu erschaffen. In seiner allgütigen unendlichen Gerechtigkeit lässt er 49999999999 der Galaxien beiseite, pickt sich eine heraus, die er "Milchstraße" nennt und unter den 300 Mrd. Sternen in der Milchstraße pickt er sich einen heraus, den er "Sonne" nennt und setzt auf dessen dritten Planeten den Menschen als sein Ebenbild, schuldig geboren, dazu einen Himmel mit Engeln, die ihn pausenlos lobpreisen uswusf.

Wer das für übertrieben hält, lässt sich bitte bei Kathpedia belehren, da steht z.B.: "An Gott zu glauben und nicht zu glauben, dass er Schöpfer ist, hieße...'überhaupt nicht zu glauben, dass Gott ist'. Gott und Schöpfer ist untrennbar. Das ist die Grundlage aller weiteren Glaubensüberzeugungen..."

13 August, 2006

Brauchte Ordnung wirklich einen Schöpfer?

Seit dem 7. März 2006 schreibt eine Gruppe intelligenter Menschen auf den Internetseiten http://www.kathpedia.com/ Artikel über ihre Religion. Dabei auch über "Beweise für die Existenz Gottes", was vermuten lässt, dass dieses Thema für die Autoren einige Bedeutung hat. Aber was steht da geschrieben?: "Jede Ordnung beweist das Vorhandensein einer Intelligenz". Muss das stimmen? Wenn Dinge Eigenschaften wie Masse, Ausdehnung, Temperatur usw. haben, werden vergleichbare Begegnungen von Dingen zu vergleichbaren Ergebnissen führen. Das ist schon der Anfang einer Ordnung. So einfach. Ohne Anwesenheit oder gar Notwendigkeit von Intelligenz: Protonen und Elektronen, die sich unter geeigneten Bedingungen begegnen, ordnen sich zu Wasserstoffatomen, Wasserstoffwolken "ordnen" sich zu Sternen, setzen thermonukleare Prozesse in Gang, bei Sternexplosionen "ordnen" sich Protonen, Neutronen und Elektronen zu Elementen höherer Ordnungszahlen, aus den Explosionsresten "ordnen" sich Planetensysteme. Wasserstoffatome und Sauerstoffatome, die sich unter geeigneten Bedingungen begegnen, "ordnen" sich zu Wassermolekülen, Wassermengen auf den Planeten "ordnen" sich zu Ozeanen uswusf. Wann setzt sich eine "Ordnung" gegenüber der "Unordnung" durch? Wohl dann, wenn der geordnete Zustand stabiler ist als der ungeordnete. Dann kann die Zahl der geordneten Fälle gegenüber der der ungeordneten zunehmen. Die Wissenschaft möchte nun gern herausfinden, wie sich – als eine Vorstufe des Lebens – erste organische Verbindungen gebildet haben könnten, die über die Fähigkeit zur Herstellung von Selbstkopien verfügen. Das ist eine der vielen ungeklärten wissenschaftlichen Fragen. Und Wissenschaft lebt von solchen ungeklärten Fragen, während Religion Wissenslücken anscheinend gelegentlich benutzt, um dort eine Art "Lückenbüßergott" zu installieren, der sich da so lange hält, bis die jeweilige Frage geklärt ist. ("Dem Ansehen Gottes hat dieses Verfahren bisher immer geschadet.") Auch Vatikanische Autoritäten sehen die Vermengung von religiösen und wissenschaftlichen Argumenten als unzulässig an. Z.B. sagt George Coyne: "Die Wissenschaft ist gegenüber religiösen, philosophischen und theologischen Schlussfolgerungen absolut neutral."
Im Text des Kathpedia-Artikels heißt es weiter: "Ein Beispiel: die Luft besteht aus einem Teil Sauerstoff und vier Teilen Stickstoff. Eine anders zusammengesetzte Mischung wäre für die Existenz der Lebewesen gefährlich." Der unbedarfte Leser soll daraus wohl schließen, dass die Verhältnisse göttlicherseits mit Vorbedacht so eingerichtet worden seien. Das wäre einfach eine Verwechslung von Ursache und Wirkung. Die Atmosphäre hat eben nicht diese Zusammensetzung, weil sie so gebraucht würde, sondern das Leben hat sich in der aktuell vorliegenden Art entwickelt, weil es sich an diese Verhältnisse angepasst hat. Gesicherter Wissensstand ist, dass das Leben außerordentlich flexibel ist und sich im Laufe von Milliarden Jahren bisher immer an die Verhältnisse anpassen konnte, die sich durch langsame Änderungen ergeben haben. Und so gibt es heute Leben eben nicht nur in der genannten atmosphärischen Zusammensetzung, sondern auch im Marianengraben und in Schwefelgeysiren. Die Wissenschaft schließt nicht mal aus, dass organisches Material in geeigneter Verpackung auch über kosmische Entfernungen transportiert werden könnte.
Fazit: Der Artikel ist einfach nur falsch. Interessant ist nun die Frage, ob die Kathpedia-Autoren es nicht besser wissen, oder ob es ihnen trotz besseren Wissens gar nicht so unrecht ist, wenn Falsches unter die Leute gebracht wird.

20 Juli, 2006

So schnell ist ein ganzes Jahr vergangen

Heute vor einem Jahr gab es hier den ersten Eintrag, und derBright macht weiter.

18 Juli, 2006

Diskutieren fördert das Verständnis

Erfreulicherweise finden sich immer wieder mal Vertreter unterschiedlicher Weltanschauungen zusammen, um zu versuchen, dem Anderen gegenüber die eigene Sichtweise verständlich zu machen: http://forums.catholic.com/showthread.php?t=91041

25 Juni, 2006

Ganz authentisch über Atheisten

Aus New York kommt eine sehr lesenswerte Website: http://www.ebonmusings.org/atheism/
Erfrischend und unaufgeregt wird hier viel Kluges zusammengetragen, das mit gängigen Klischees über Atheisten aufräumt. Darunter auch Informationen für Missionare, wie man Atheisten nicht bekehren kann.

21 Juni, 2006

Mit der Kirche auseinandersetzen

... war eine Sache, von der Kurt Tucholsky gesagt hat, dass er das nicht gern mag, und er fährt dann fort: "... es hat ja keinen Sinn, mit einer Anschauungsweise zu diskutieren, die sich strafrechtlich hat schützen lassen. Mit so unhonorigen Gegnern trete ich nicht gern an." Hätte er sich träumen lassen, dass es 75 Jahre später zu einer Neuauflage von Verschärfungsbemühungen kommen würde?

02 Juni, 2006

Mit "Blick in Gottes letzten Schlupfwinkel"

überschreibt SPIEGEL ONLINE einen Beitrag am 29. Mai, in dem es darum geht, den Urknall als Vorgang zwischen verschiedenen Zuständen des Universums zu beschreiben. Da der Beitrag sicherlich bald nur gegen Geld zu lesen sein wird, hier ein Link zur Information über die gleiche Meldung auf Astronews.

02 Mai, 2006

21 April, 2006

Ist der Glaube nicht ein sich'rer Hafen?

George V. Coyne, Astronom im Vatikan, sagt in einem Interview der ZEIT: "Der Glaube ist kein sicherer Hafen, er ist eine Herausforderung". Der Text zeigt, dass es tröstlicherweise auch religiöse Menschen gibt, die zwischen Glaube und Wissenschaft sauber trennen können.

27 Februar, 2006

Über Gott: verdammt nah an der Wahrheit

Die Geschichte ist wahrscheinlich nicht dazu ausgedacht worden, die Wahrheit zu erzählen, dass Gott pure Einbildung Einzelner ist, die mit der Realität nichts zu tun hat.

21 Januar, 2006

Brian Greene ist eine Offenbarung

Richtiger: Sein Buch ist es; und zwar hat es den Titel: "Der Stoff, aus dem der Kosmos ist". Hier schreibt ein Physiker engagiert und ausführlich über mögliche Sichtweisen auf die kosmische Entwicklung. Es ist ein schönes Buch, aus dem derBright viel wirklich neues erfahren hat. Und es öffnet sehr gelassen die Sicht auf verschiedene Möglichkeiten, dass Raum und Zeit, wie wir sie wahrnehmen, gar nicht so elementar sein müssen, sondern ihrerseits Ergebnisse feinerer physikalischer Verhältnisse sind. Für ein "Nichts", aus dem etwas hätte geschaffen werden müssen, wie Herr Craig meint, spricht keinerlei Hinweis, dagegen aber alles. Wirklich: Es ist ist ein schönes, ein modernes Buch.
Sollten religiöse Leser es merkwürdig finden, dass derBright Begriffe wie "Offenbarung" benutzt, macht nichts: Es ist ein schönes Wort.

30 Dezember, 2005

Darwin hat im SPIEGEL ein paar Seiten

Im Heft 52 heißt die lesenswerte Titelgeschichte "Gott gegen Darwin" und befasst sich u.a. mit Leuten in den USA, die "mit missionarischem Eifer... nun auch einen globalen Feldzug gegen Darwin" vorbereiten und dazu das Discovery Institute in Seattle als Denkfabrik dieser Bewegung einsetzen. Nach Institutspräsident Bruce Chapman wächst die "Intelligent-Design-Bewegung ... in vielen Orten", und im Oktober kamen 700 Anhänger zu einer vom Institut gesponserten Konferenz "Darwin und Design" in Prag. Es hat eine ganz eigene Faszination, mitzuerleben, wie Leute mit Energie vorsätzlich organisierte Verdummung betreiben und dabei immer dankbare Opfer finden (die dann ihrerseits gutgläubig weitermissionieren).

23 Dezember, 2005

Von drei Deutschen glauben zwei an Engel

Am 20. Dezember meldet die "Welt": "...66% sind überzeugt, daß es Schutzengel gibt...". Da steht derBright und staunt.

06 Dezember, 2005

Randi, James: Why I Deny Religion

Der Text spricht für sich selbst.

30 November, 2005

Was kann künftig allen Leuten nützen?

Der kosmologische Zufall hat uns unsere Rolle zugespielt, diese großartige, wunderschöne Erde zu bewohnen – was machen wir daraus?
Das Dümmste, was die Menschheit tun kann – und leider tut sie das tatsächlich – ist, sich in Religionskriegen für nichtexistierende Götter zu zerfleischen.
Da niemand wissen kann, wie lange der kosmologische Zufall die Existenz des Menschen weiter ermöglicht – ob also vielleicht weitere Millionen Jahre oder auch weniger – sollten wir uns gänzlich andere Ziele setzen; einige Sachen könnten Vorrang haben:
a) Überlebenssicherung gegen irdische Unwirtlichkeiten
b) Gewalt ächten
c) Ächten kurzfristiger Gewinnmaximierung auf Kosten der Umwelt
d) Erfinden und Praktizieren selbsttragender verteilter, umweltverträglicher ökonomischer Strukturen, die die menschliche Population möglichst robust machen, anstatt sie zu gefährden
e) Viel längerfristiges Denken (z.B. nach Art der Long Now Foundation; Blog) und Hinterlassen von Spuren der menschlichen Existenz

26 November, 2005

Wäre Jesus nicht am Kreuz gestorben

Die Bayern fragen ganz frech, wie es in ihren Klassenzimmern aussähe, wenn Jesus am Galgen gestorben wäre:



Carl Sagan und Wissenschaft für alle

Die erwähnte "Theorie des Humbugs" gibt es eigentlich schon, verfasst vom US-Amerikaner Carl Sagan. (Warum liegen seine Bücher nicht in den Buchhandlungen?!) Im Band "Der Drache in meiner Garage" heißt es u.a.:

Die Verdummung Amerikas ist am deutlichsten im langsamen Verfall von substantiellen Inhalten in den ungeheuer einflussreichen Medien – mit ihren 30-Sekunden-Tonhäppchen (inzwischen sind es nur noch zehn Sekunden oder weniger), ihren Programmen auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner, leichtgläubigen Präsentationen von Pseudowissenschaft und Aberglaube, aber insbesondere mit ihrem Zelebrieren der Dummheit. Die schlichte Lektion, die daraus gezogen wird, heißt, daß Lernen und Studieren – nicht nur im Hinblick auf die Wissenschaft, sondern in jeder Hinsicht – zu vermeiden, ja unerwünscht sind.
Wir haben eine globale Kultur geschaffen, in der ganz wichtige Elemente – Verkehr, Kommunikation und sämtliche Industriezweige, Landwirtschaft, Medizin, Bildung, Unterhaltung, Umweltschutz und sogar die entscheidende demokratische Institution, das Wählen – zutiefst abhängig sind von Wissenschaft und Technik. Wir haben aber auch dafür gesorgt, daß fast niemand mehr Wissenschaft und Technik versteht. Dieses Rezept führt zur Katastrophe. Vielleicht kommen wir damit noch eine Zeitlang durch, aber früher oder später wird dieses explosive Gemisch aus Dummheit und Macht vor unseren Augen in die Luft gehen.

Dass hier von der "Verdummung Amerikas" die Rede ist, sollte keine falsche Vorstellung aufkommen lassen, Carl Sagan selbst und viele viele andere sind Beispiele für außerordentlich kluge US-Amerikaner. Und die gefühlte Verdummung hierzulande kann locker mithalten, wenn man auf die einschlägigen Webseiten religiöser Eiferer schaut und bedenkt, wie stark die politischen Kräfte sind, die einen Gottesbezug in die europäische Verfassung bringen wollen.

16 November, 2005

Aufklärung hat heute schlechte Karten

Wie das ZDF meldet, sind die Kreationisten nicht nur in den USA auf dem Vormarsch, sondern auch in Deutschland. Um so mehr bewundert derBright die Aufklärer, die es damals erreicht haben, sich in noch dunklerer Zeit Gehör zu verschaffen. Heute erleben wir die Umkehrung: Die Verklärung nimmt zu. Wahrscheinlich hat Hobe recht, wir brauchen eine Theorie des Humbugs.

01 September, 2005

Religiöser Fundamentalismus

Schleichender Fundamentalismus der Religionen: http://www.nzz.ch/2005/08/28/il/articleD39BI.html

28 August, 2005

Bühne frei für ein Spaghetti-Monster

Eigentlich sollte hier der Link aus dem Spiegel vom 23.8.05 stehen, aber da die Artikel dort bald nur noch gegen Geld zu sehen sind, hier den noch früheren aus der Welt. Nun ist derBright im Zwiespalt: natürlich hängt er ja keiner Religion an, aber wenn sie so schön ist, hat sie jedenfalls einen Link zum Religionsgründer verdient.

27 August, 2005

Volker Dittmar: Religion & Glauben

In den Webseiten von Volker Dittmar kann derBright stunden- und tagelang stöbern. Verweise auf andere Seiten in Hülle und Fülle; auch die Seite über Unglaubenszweifel spricht Dinge an, die derBright so kennt.

17 August, 2005

Kardinal erklärt Menschen zu Krüppeln

Wie Telepolis und andere melden, soll ein Kardinal kürzlich in einem Interview mitgeteilt haben: "Menschen, die nicht in einem religiös geprägten Haus aufgewachsen sind, sind geistige Krüppel."
Nun hofft derBright für den Schelm, dass der jetzt sehr tapfer ist, denn möglicherweise gibt es ja für Leistungen diesen Kalibers Einzelhimmel nicht unter einer Ewigkeit. Mit einer Besuchserlaubnis soll es da übrigens auch ganz schlecht aussehen, und man hört immer nur die Klopfzeichen des geistigen Krüppels aus dem Nachbarhimmel. Gott kann viel gemeiner sein, als so ein sauberes Kardinalshirn sich das vorher ausrechnet.

Kleine Sammlung säkularer Weblinks

13 August, 2005

Nicht das Wahre: Kreationismus

Kreationismus ist die bequeme Antwort, wenn die eigene Vorstellungskraft für die Realität nicht ausreicht.

10 August, 2005

Katholiken und Obliegenheiten

Katholisches Notizbuch: Obliegenheiten
Muss man da noch fragen, was Religion heute bedeutet?
  • Gehorsam ...
  • Missionspflicht ...
derBright schüttelt den Kopf.

08 August, 2005

Wettbewerb, um jemand zu bekehren

Aus 2004 gibt es diesen Blog: http://unchainedmelanie.blogspot.com/, in dem sich eine Frau sehr ernsthaft und ausführlich mit der Frage auseinandergesetzt hat, wie gewichtig man religiöse Meinungen und Praktiken nehmen kann, wenn nur mal sachliche Maßstäbe angelegt werden. Wie in den Postings angekündigt, hatte sie 2005 einen sehr interessanten Blog "convert the atheist contest" betrieben und nach der vorgesehenen einjährigen Betriebsdauer wieder eingestellt. Schade. Und wenn es Wayback nicht gäbe, dann wäre die Geschichte gänzlich aus dem Internet verschwunden. So aber kann man sich noch eine der letzten Versionen anschauen.

25 Juli, 2005

Haben Götter den Beweis so nötig?

Nach dem Schreiben des Textes hier hat derBright diese Seiten gefunden, die das alles ausführlich und systematisch behandeln.

Kürzlich über einen Text eines Herrn Craig gestolpert. Was treibt Leute dazu, die Existenz von Göttern beweisen zu wollen? Warum halten sie das für nötig? Und wieso merken sie nicht, wie künstlich ihre Argumente sind?
Die Idee der Existenz eines Osterhasen erkennt derBright als so abseitig, dass er keinen Sinn darin sieht, extra nach Beweisen für die Nichtexistenz von Osterhasen zu suchen.
Und so wie Puzzels ihren Reiz haben, hat es auch seinen Reiz, wie Herr Craig sich seinen "Beweis" für "Gott" zusammenpuzzelt.
Erst mal erklärt Herr Craig zur tiefgründigsten Frage der Philosophie: "warum existiert irgend etwas, und nicht vielmehr nichts?" Na gut, irgenwo muss er anfangen, und es scheint ihn nicht zu stören, dass eine Antwort auf diese Frage vielleicht erst von späteren Generationen gefunden wird. (Schon hier kann sich derBright des Verdachts nicht erwehren, dass die Frage schließlich auf die erlösende, einfache Antwort zusteuern soll: "Weil es von Gott geschaffen wurde.") Zu kurzschlüssig will es Herr Craig aber auch nicht machen, also teilt er als Zwischenstufe erst mal mit, "Die Erfahrung lehrt uns folgendes: 1. Jedes Ding, das existiert, verfügt über eine Erklärung seiner Existenz: entweder seine eigene Natur, oder eine externe Ursache."
Diese Unterscheidung kommt dem Bright künstlich vor. Für ihn existiert die Welt als Einheit aller ihrer Bestandteile in ständiger Bewegung, wobei sich Bestandteile zu neuen Qualitäten fügen können (ganz egal, ob man das "Emergenz" nennt, "Umschlag von Quantität in Qualität" oder wie auch immer), das Auftreten neuer Erscheinungen braucht so eben keine externe Ursache, und zwar ebenso wenig, wie das Verdampfen von heißem Wasser oder das Gefrieren von kaltem Wasser.
Aber Herr Craig braucht sie eben, und so sagt er: "Nun, folgendes scheint plausibel: 3. Wenn es für die Existenz des Universums eine Erklärung gibt, so ist diese Erklärung eine äußere, transzendente, persönliche Ursache."
Wieso es Herrn Craig plausibel scheint, dass es hier eine "persönliche Ursache" gibt, weiß allein der Himmel, und witzig ist auch, wie unvermittelt aus dem hier gesagten "scheint plausibel" weiter unten plötzlich ein "muss" wird.
Für Herrn Craig ist die Sache also schon gelaufen, er erklärt das Weltall zu den Dingen, die für ihre Existenz die von ihm postulierte "externe Ursache" brauchen: "Die Erklärung für das Universums ist eine äußere, transzendente, persönliche Ursache. Und das wiederum ist genau das, was man unter 'Gott' versteht."
Irgendwie merkt Herr Craig aber, dass seine Einordnung des Weltalls unter die Dinge, die eine externe Ursache brauchen, ohne jede Notwendigkeit ist, denn er stellt fest, dass es ebensogut sein kann, dass das Weltall zu den Dingen gehört, die ohne extra äußere Ursache existieren. Diesen "Fluchtweg", wie er es nennt, meint er nun durch die Konstruktion verbauen zu können, dass "alles, was ohne äußere Ursache existiert, ewig existieren muss", und da das Weltall vor dem Urknall nicht existiert habe, komme nun doch wieder nur der genannte Schöpfer in Frage. Dass auch der Urknall nichts anderes war als Umwandlung und Bewegung, das kann Herr Craig als Erwägung hier gar nicht brauchen, und um diese Möglichkeit gleich abzuschneiden, zitiert er Physiker wie Hawking mit der Bemerkung, dass Raum und Zeit mit dem Urknall begonnen haben. Natürlich weiß derBright, dass dem Zustand, aus dem Zeit und Raum entstanden sind, aus unserer heutigen Sicht nicht die Bezeichung "Raum" und "Zeit" zukommt, und dass es Physiker gibt, die diese Abwesenheit von Raum und Zeit "nichts" nennen. Nichts spricht dagegen, dass der Urknall ein Übergang zwischen verschiedenen Zuständen war, auch wenn die Physiker über den vorangehenden Zustand noch nicht mehr wissen, als dass da anscheinend alle Vorgänger von Materie auf einen Punkt konzentriert waren. Ob dieser Zustand später mal "Energiesuppe" oder sonstwie anders genannt wird, ist jetzt noch nicht abzusehen.
Herr Craig setzt jedenfalls so fort: "Daher können wir aus: 1. Alles, was entsteht, hat eine Ursache. und 2. Das Universum ist entstanden. logisch den folgenden Schluss ziehen, dass
3. Deshalb hat das Universum eine Ursache. Als Ursache von Raum und Zeit muss nun dieses Wesen zeitlos, raumlos, körperlos, und von unvorstellbarer Macht sein. Darüber hinaus muss es auch eine Person sein; es muß ein Jemand sein."
Das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen.

Warum lassen Leute sich belügen?

Gelegentlich wundert derBright sich darüber, dass Leute sich an einem offenkundig nicht naturwissenschaftlichen Weltbild orientieren. Gleichzeitig lässt ihn seine Neugier Vermutungen über die Ursachen anstellen. Das Ergebnis von Beobachtungen kann man etwas sortieren:
  • Angesichts des wundervollen Aufbaus und Zusammenspiels der irdischen Natur fällt es Leuten schwer, sich eine blinde Entwicklung dessen vorzustellen. So meinen sie, sich unbedingt einen "intelligenten Designer" dafür vorstellen zu müssen. Witzig daran ist, dass der "intelligente Designer" noch viel schwerer vorstellbar ist als die natürliche Entwicklung, und dass das nun wieder nicht zu stören scheint. Die eigentlichen Ursachen des Götterglaubens dieser Leute liegen also tiefer als ihre eigene Argumentation ausdrückt.
  • Ähnliches mag beim Betrachten größerer Maßstäbe eine Rolle spielen: Woher kommt unser Universum, kann es wirklich sein, dass es keinen Anfang hat, muss es nicht "gemacht" worden sein? Mancher wird das Vorstellungsvermögen nicht aufbringen, dass das alles ohne Götter möglich ist und hängt dann der (schlicht noch unwahrscheinlicheren) Idee nach, es gäbe eine schöpfende geistige Person im vorherigen Nichts.
  • Manche Leute lassen sich augenscheinlich vom reinen Massenphänomen der Religion erdrücken: "Wenn es so viele überaus kluge Leute, auch ganze Staaten gibt, die über so lange Zeit sicher sind, dass Götter wirken, dann kann (und darf!) das einfach nicht falsch sein. Die sind ja alle so viel klüger als ich, und warum sollten die sich alle selbst belügen." Die Kirche ist über das Wirken dieses Phänomens wohl nicht unglücklich. Rein menschlich gesehen ist es natürlich traurig, wie hier die Massen mit Autorität betrogen werden.
  • Daneben gibt es Leute, die nicht unbedingt auf die Existenz von Göttern schwören würden, denen daneben klar ist, dass es sich sowieso um eine unentscheidbare Frage handelt, die es aber rational aus moralisch-praktischen Erwägungen für nützlich ansehen, an der Religion festzuhalten, weil sie meinen, dass nur die eine Grundlage für ethisches Handeln bietet. Diesen Leuten ist nicht klar, dass die Ethik eine viel breitere Basis als nur die Religionen hat. Sie denken, derBright sei ethisch weniger qualifiziert und ignorieren, dass im Namen von Religionen schlimmste Greuel praktiziert wurden und werden, ohne dass hier die angeblich bessere Ethik greift.
  • Ähnlich wird man die einordnen können, die bei gleichen Voraussetzungen einfach die religiöse Geselligkeit nicht missen mögen, ohne sich dabei besonders viel grundsätzliche Gedanken über Grundlagen für ethisches Handeln zu machen. Dazu gehören die Leute, die es stark finden, einer internationalen Gemeinschaft anzugehören, die weltweit ein markantes Zusammengehörigkeitsgefühl prägt und praktiziert, und die ihre eventuellen eigenen Götterzweifel diesem Gemeinschaftsgefühl unterordnen.
  • Weiter gibt es Leute, die "echte" subjektive "Gotteserfahrungen" hatten, die so real wirkten, dass die ihnen alle künftigen Zweifel nehmen. Diese Leute sind subjektiv völlig ehrlich, sie nehmen aber nicht wahr, dass das individuelle Gehirn (z.B. in Extremzuständen) jede beliebige Erfahrung vermitteln kann, ohne dass irgendeine Art von Realität dahinter steht.
  • Eine weitere Gruppe sind diejenigen, denen schon mit der Muttermilch Religiosität eingeimpft wurde, weil sie von Geburt an in solche Gemeinschaft streng eingebunden waren. Wenn solche Leute anfangen, kritisch zu denken, wird ihnen ein Abweichen von der vermittelten Religiosität wahrscheinlich lebenslang wie etwas Verbotenes vorkommen.
  • Außerdem gibt es wohl Leute, die die Göttervorstellung schlicht dafür brauchen, um sich auf der Welt und im Weltall nicht allein zu fühlen. Sie hätten ohne Gott einfach Angst. Die Konstruktion sieht offenbar so aus, dass sie sich aus ihrer Vorgeschichte an das Existenzpostulat von Göttern gewöhnt haben und deren Abwesenheit als die Wegnahme von etwas vorhandenem empfänden. Sie können sich nicht von der Vorstellung lösen, dass derBright sich sehr einsam und verloren fühlen muss, weil er die Geborgenheit in Gott nicht hat noch kennt. Ihnen wird kaum die definitive Einsicht zu vermitteln sein, dass derBright sehr fröhlich darüber ist, dass es die Menschheit bis zu diesem Punkt geschafft hat und dass es für ihn schlicht die perfekte Geborgenheit ist, zu dieser Welt und zu dieser Menschheit zu gehören.
Jede beliebige Mischform gibt es natürlich auch; derBright würde sich freuen, wenn die Liste ergänzt würde. Sicherlich gibt es Gläubige, die ihre persönliche Motivation anders beschreiben möchten, als sie es hier oben vorfinden.

Geister gibt es wirklich nur im Märchen

So wie der Papst überzeugt ist, dass es einen Gott gibt, so ist derBright überzeugt, dass es im gesamten Weltall natürlich zugeht, ohne Zutun von Geistern wie Göttern, Engeln, Teufeln, Osterhasen und dergleichen.
Verantwortung könnte man bequem auf die genannten Figuren abwälzen, wenn es die nicht nur in der Vorstellung von Gläubigen gäbe.

Wochen nachdem derBright das geschrieben hat, findet er auf der BrightSite das: "We brights don't believe in ghosts or elves or the Easter Bunny — or God."

20 Juli, 2005

Auch derBright bedient sich eines WebLogs

Nimmt seinen Lauf wie alle Natur.